Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Frankfurt Vor 80 Jahren wurde Otto Frank aus dem Vernichtungslager Auschwitz befreit. Er war mit seiner Familie im September 1944 mit dem letzten Transport aus den Niederlanden nach Auschwitz deportiert worden und kehrte als einziger Überlebender zurück. Fortan widmete er sich der Herausgabe der Tagebücher seiner Tochter Anne und der Botschaft, die er damit verband. Kuratorin Dr. Franziska Krah führt durch die Familie-Frank-Ausstellung und widmet sich dabei Otto Franks Lebensweg.
Der Eintritt ist frei; Platzreservierungen unter juedischesmuseum.de/tickets
18 Uhr, Vortrag: »Falls keiner von uns überlebt, soll wenigstens das bleiben« Das Untergrundarchiv im Warschauer Ghetto und seine Dokumentations- und Widerstandsarbeit
Veranstaltungsort: Goethe-Universität Frankfurt am Main Campus Westend IG Farben-Haus, Nebengebäude, Raum NG 2.701 Im Geheimen sammelten mutige Männer und Frauen im Warschauer Ghetto Tagebücher, Aufsätze von Kindern, literarische Texte, Untergrundzeitungen und vieles mehr. Emanuel Ringelblum, Rachela Auerbach und die anderen sahen ihre Arbeit als Teil des Widerstands und als Vermächtnis. Sie schufen so ein einmaliges Archiv über die Menschen im Ghetto, über ihr Leben und ihren Widerstand. Andrea Löw und Markus Roth stellen dieses Archiv, seine zentralen Akteure sowie ihre Motive und Ziele vor. Dabei nehmen sie besonders die Zeugnisse von Kindern und Jugendlichen in den Blick.
Prof. Dr. Andrea Löw ist wissenschaftliche Leiterin des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte in München. Dr. Markus Roth ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut.
19 Uhr, Musikalische Lesung: „Dass ein gutes Deutschland blühe...“ Leben nach Kriegsende 1945 bis 1949
Veranstaltungsort: Institut für Stadtgeschichte Mit: Roman Knižka und Ensemble Opus 45 Grußwort: Dr. Ina Hartwig, Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Der Abend erzählt in literarischen Texten, Reportagen und Zeitzeugnissen von einem Land zwischen Apokalypse und Aufbruch, von der Ankunft der Sieger, der Konfrontation der Deutschen mit den Gräueltaten des NS-Regimes, dem Schicksal jüdischer KZ-Überlebender, die nach ihrer Befreiung als „Displaced persons“ durch das Land der Täter irrten. Politische Zäsuren werden ebenso thematisiert wie die im Alltag häufig fragwürdige Praxis der Entnazifizierungsverfahren.
Eine Veranstaltung des Dezernats Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main.
Anmeldung bis 11. Juni 2025 unter: info.kulturdez@stadt-frankfurt.de
Link zum Institut für Stadtgeschichte
20 Uhr, Filmvorführung: Das Tagebuch der Anne Frank
Veranstaltungsort: DFF - Deutsches Filminstitut und Filmmuseum
Die deutsche Filmproduktion aus dem Jahr 2016 stellt das Leben der jugendlichen Tagebuchschreiberin dar. Mit der Darstellung ihrer Geschichte als Coming-of-Age-Erzählung wollte Regisseur Hans Steinbichler insbesondere junge Menschen ansprechen. Die Filmvorführung findet anlässlich des Anne-Frank-Tags sowie im Rahmen des interdisziplinären Workshops „Jewish Visual Culture. Bilder ‚des Jüdischen' in Kunst und Medien“ statt.
Mit einer Einführung von Felix Wagner, Moderation: Véronique Sina, Film- und Medienwissenschaftlerin an der Goethe-Universität Frankfurt In Kooperation mit dem Deutschen Filminstitut & Filmmuseum (DFF) und dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt
Tickets sind erhältlich unter www.dff.film
Weitere Infos und Veranstaltungen zum Anne Frank Tag 2025: https://www.bs-anne-frank.de/annefranktagffm
Nach einer Begrüßung von Prof. Matthias Wagner K sprechen Grit Weber, Sandra Doeller, Jennifer Dyck, Prof. Gabu Heindl und Dr. Jutta Frieß über den neu erschienenen Katalog. Der Katalog beleuchtet Care-Arbeit gestern und heute: Welche Institutionen, Initiativen und Konzepte in Bildung, Haushalt, sozialer Fürsorge und Gesundheit gab es vor 100 Jahren und welche Auswirkungen hatten sie im Alltagsleben? Welche aktuellen Erfahrungen und globalen Herausforderungen gibt es für uns und wie lässt sich die momentane Care-Krise lösen? Erörtert werden Strategien der Gemeinwohlpflege, die Ausrichtung auf bestimmte Familienstrukturen und den Zugang zu sozialen Angeboten. Auch konfessionelle Initiativen der christlichen und jüdischen Gemeinschaften werden einbezogen.
Katalog: Yes, we care. Das Neue Frankfurt und die Frage nach dem Gemeinwohl
Hrsg.: Grit Weber, Matthias Wagner K
Texte: Veronika Dume, Gabu Heindl, Stefan Schmidt, Joachim Scholz, Margarete Schütte-Lihotzky, Grit Weber, Marie-Noëlle Yazdanpanah
Design: Bureau Sandra Doeller
320 Seiten, Deutsch, ca. 150 s/w- und 50 Farbabbildungen, 16 × 24 cm, Softcover
Verlag: Spector Books
Preis: 32 Euro
100 Jahre Das Neue Frankfurt
Im Jahr 2025 feiert das Neue Frankfurt seinen 100. Geburtstag. Dies nimmt das Museum Angewandte Kunst als Anlass, jener Gestaltungsmoderne am Main aus den 1920er-Jahren nicht nur zahlreiche Ausstellungen auszurichten, sondern mit ihren vielfältigen Themenbereichen als Grundstein für das kulturelle Großprojekt World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 die Gegenwart und Zukunft des Gestaltens unserer Gesellschaften zu befragen.
Wenn von einer Gestaltungsmoderne am Main die Rede ist, dann meint das jenen politischen, gesellschaftlichen und gestalterischen Umbruch nach dem Ersten Weltkrieg, für den der 1924 zum Frankfurter Oberbürgermeister gewählte Ludwig Landmann ein Jahr später den programmatischen Begriff Das Neue Frankfurt prägte. Zu diesem Neuen Frankfurt gehörte nicht nur ein Städte- und Wohnungsbauprogramm, sondern der universale Anspruch im Produkt-, Mode-, Interieur-, Industrie- und Kommunikationsdesign, in den angewandten und freien Künsten mit neuen Formen alle Bereiche des menschlichen Lebens zu erfassen und im Verbund mit einer forcierten Industrialisierung eine neue urbane Gesellschaft zu formen. Aus ihrer Gegenwart als Erfahrungsraum, und weniger aus der Vergangenheit, leiteten die Protagonistinnen und Protagonisten des Neuen Frankfurt das für die Moderne am Main so Spezifische ab: Gestaltung und soziales Engagement als Einheit. Ihnen ging es nicht um eine dogmatische Festlegung von Gestaltungsprinzipien, sondern vielmehr um die jeweils überzeugende Lösung, welche allein am jeweiligen Bedarf ausgerichtet ist.
Mit der Erfindung des Fahrrads entsteht das effizienteste mit Muskelkraft zu bewegende Gefährt des Menschen. Mit ihm erweitert der Mensch mit zunehmender Beschleunigung seinen Aktionsradius, mit ihm beginnt zugleich der individualisierte Verkehr. Die Ausstellung Der eigene Antrieb. Feine Fahrräder widmet sich den Höhepunkten des Fahrraddesigns aus drei Jahrhunderten: Von Karl Drais' Laufmaschine, über Hoch-, Nieder- und Falträder bis zum Alltagsrad oder Sportgerät von heute. Das Spektrum reicht vom handwerklichen Rahmenbau über die industrielle Serienproduktion bis zum Fahrrad aus dem 3D-Drucker.
Im Laufe seiner über drei Jahrhunderte währenden Entwicklungsgeschichte avanciert das Fahrrad zu dem weltweit am weitesten verbreiteten Verkehrsmittel. Darüber hinaus prägen gesellschaftliche, politische, soziale und ökonomische Verhältnisse die Bedeutung dieses Fortbewegungsmittels und mit ihm verbundene Zukunftsvisionen. Zugleich war und ist das Fahrrad immer auch mehr als ein Mittel zur Fortbewegung, steht es doch ebenso für Sport, Gesundheit, Lifestyle und oftmals jenem Zusammenspiel von Gestaltung und ausgeklügelter Funktionstechnik, das es zu einem nahezu kultisch aufgeladenen Designobjekt werden lässt.
Dass dabei das Design von Fahrrädern eng verbunden mit der Geschichte technischer Innovationen und Herstellungsverfahren ist, zeigt sich am Antrieb, der Federung und den Laufrädern, aber besonders auch am Rahmen und dessen Materialien – Design und Technologie verschmelzen zunehmend miteinander und immer wieder werden dabei die Grenzen des Machbaren ausgelotet.
Mit den einst in Frankfurt am Main ansässigen Adlerwerken (ehemals Heinrich Kleyer AG), dem 1889 sich in Offenbach am Main gründenden Arbeiter-Radfahrerbund Solidarität sowie der 1922 begonnenen Eigenproduktion günstiger Fahrräder des Offenbacher Fahrradhauses Frischauf werden in der Ausstellung lokale Unternehmen und Institutionen in den Blick genommen, die eine zentrale Rolle in der Entwicklung und Verbreitung von Fahrrädern im Deutschen Kaiserreich und der Weimarer Republik einnahmen.
Erstmals zeigt das Museum Angewandte Kunst in der Ausstellung Text & Spirit seinen vollständigen Bestand spätmittelalterlicher illuminierter Handschriften. Es handelt sich dabei um Bücher und Fragmente mit feinster Buchmalerei und dekorativer Ausstattung aus Gold, Lapislazuli oder Purpur. Mit der Ausstellung Text & Spirit werden die Handschriften in ihrer christlichen Erleuchtungsästhetik aus Schrift, Malerei sowie kostbarem Materialaufwand aus Pergament und Gold im Original vorgestellt. Begleitende Fragestellungen zu Alltagsritualen, Wertmaßstäben, Mode, Kunst, Restaurierung oder Religion setzen eine Auseinandersetzung mit diesen Buchwerken und ihrer Epoche frei. Die Handschriften wurden in Gänze gescannt, mit dem Ziel, sie in Gestalt von Büchern und Buchfragmenten (cuttings) auf einer digitalen Museumsplattform öffentlich verfügbar zu machen. Die Ausstellung ist für eine spätere selbständige Beschäftigung mit dem Thema entlang der Digitalisate mit begleitenden Videointerviews und vertiefendem Literaturangebot angelegt. Sie ist der Anlass, diesen wichtigen Museumsbestand der Öffentlichkeit zum Kennenlernen und zum Forschen zu übergeben. Wie können wir uns das Verhältnis zwischen Luxusentsagung und Luxusdemonstration vorstellen?
Buchdarstellungen in illuminierten HandschriftenProf. Dr. Jochen Sander, stellvertretender Direktor des Städel Museums und Professor für Kunstgeschichte, führt durch die Ausstellung Text & Spirit. Erleuchtungsgrafik. Mittelalterliche Handschriften zwischen Alltagspraxis, Luxus und Glaube.
Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.
Bild: LM 48, Stundenbuch © Museum Angewandte Kunst, Text von der Website des Museums Angewandte Kunst
Der Vortrag behandelt zunächst die schwierige Zeit der unmittelbaren Nachkriegszeit mit Demobilisierung und Hyperinflation, die vor allem dem Finanzplatz Frankfurts stark zusetzten. In der Mitte der 1920er Jahre setzte dann für die Frankfurter Wirtschaft ein deutlicher Aufbruch ein, der neben dem Strukturwandel im industriellen Sektor stark durch die städtische Politik unter Oberbürgermeister Landmann geprägt war. Das Ende dieser Phase kündigte sich dann mit dem Zusammenbruch der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs AG 1929 an und in der Weltwirtschaftskrise erlebte die exportorientierte städtische Wirtschaft ihre schwerste Krise mit hoher Arbeitslosigkeit und zahlreichen Unternehmenskonkursen.
Referent: PD. Dr. Ralf Banken (Frankfurt am Main)
Ort: Archäologisches Museum, Karmelitergasse 1, 60311 Frankfurt am Main