Mär 26 2025
19:00

Riesengeweihstücke

Riesengeweihstücke mit rätselhaften Kerbspuren

Frau Dr. Liane Giemsch, Kustodin für Archäologie, ist zu Gast im Porzellan Museum und stellt die Ergebnisse ihrer Arbeit im Archäologischen Museum Frankfurt zu den „Riesenhirschgeweihstücken mit rätselhaften Kerbespuren“ vor. Nach einem Streifzug durch die jagenden und sammelnden Kulturen der Altsteinzeit Hessen fokussiert der Vortrag auf die aktuellen Forschungen an eiszeitlichen Riesenhirschgeweihen aus Frankfurt am Main-Höchst. Bereits 1897 gelangten die Geweihstücke in die Sammlung des Vereins für Geschichte und Altertumskunde e.V. und wurden Jahrzehnte später als altsteinzeitliche Geweihe mit menschlicher Bearbeitung veröffentlicht. Mittels moderner Methoden wie 3D-Scan und Digitalmikroskopie wurden die Stücke erneut untersucht und lieferten spannende Erkenntnisse über ihre Höchster Herkunft und ihre Geschichte. 

Da die Plätze begrenzt sind, bitten wir um rechtzeitiges Erscheinen. Bolongarostraße 139 65929 Frankfurt-Höchst Eintritt frei! Ort: Porzellan Museum im Kronberger Haus Ort: Bolongarostraße 152 in Frankfurt-Höchst.

Eine Kooperation mit dem Verein für Höchster Geschichte und Altertumskunde Frankfurt am Main Höchst e.V. Anmeldungen vor Ort oder über den Besucherservice.

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Zur »Arisierung« von Immobilien im Nationalsozialismus in multilokaler Perspektive

Der eintägige Workshop am Fritz Bauer Institut will den in der historischen Forschung immer noch unterrepräsentierten Aspekt der »Entjudung des Grundbesitzes« im NS-Staat zentral behandeln. Das soll in einer städtevergleichenden Perspektive erfolgen. Erkenntnisleitend sind die Fragen, inwiefern in den einzelnen Städten jeweils Stadtverwaltung, Partei oder andere Interessenten den Immobilienbesitz von Jüdinnen und Juden schon seit 1933 in den Blick nahmen, wie dieser infolge der »Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens« vom 3. Dezember 1938 schließlich systematisch erfasst und (zwangs-)veräußert wurde und welche Folgen die großangelegten Deportationen bzw. insbesondere die 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom November 1941 in diesem Bereich hatten. Die Benennung von Zuständigkeiten, ihrer Interaktionen untereinander wie auch mit jüdischen Veräußerern und das Nachvollziehen des behördlichen Ablaufs der Immobilien-»Arisierung« sind ebenso wichtig wie die Annäherung an die Konsequenzen einerseits für die jüdischen Betroffenen und ihre Immobilien, andererseits für die jeweilige Stadt zusammen mit ihrer Stadtgesellschaft. Nicht zuletzt bietet der Workshop die Möglichkeit, Problematiken der Quellenlage und -interpretation offenzulegen und die Darstellung spezifischer Daten in Bezug auf das Thema Grundbesitz zu diskutieren.


Ort: Goethe-Universität  IG Farben-Haus, Raum 454 (Erdgeschoss)

Anmeldung zum Workshop bitte bis 21. März 2025 an: anmeldung@fritz-bauer-institut.de


Link zum Fritz-Bauer-Institut


 

Mär 23 2025

Aenigma 2.0

ArchMus 03.25 brotlaibidole
Aenigma 2.0 Wer entschlüsselt den räteselhaften Code aus der Bronzezeit? 

Im Fokus der Ausstellung stehen die sogenannten Brotlaibidole – geheimnisvolle, verzierte Tonobjekte, die zuerst um 1860 in Nordungarn entdeckt wurden und deren Funktion bis heute ein Rätsel für die Archäologie ist. Noch nie waren so viele Brotlaibidole in einer Ausstellung versammelt. Das Verbreitungsgebiet der Brotlaibidole erstreckt sich in südöstlich-nordwestlicher Richtung über fast 1500 km von Nordwestbulgarien bis ins Mittelrheingebiet sowie in südwestlich-nordöstlicher Richtung über fast 1400 km von der Mittelmeerinsel Korsika bzw. von Mittelitalien bis ins polnische Kujawien. 

Soweit die Fundumstände bekannt sind, stammen sie fast ausnahmslos aus Siedlungen vornehmlich der späten Frühbronzezeit (ca. 1750–1500 v. Chr.). Die Ausstellung gründet auf einer deutsch-italienischen Forschungsinitiative zum Thema „Brotlaibidole – tavolette enigmatiche/oggetti enigmatici“ der Jahre 2008—2011. „Aenigma 2.0“ erweitert dieses Wissen um aktuelle Forschungsergebnisse und neu entdeckte Fundobjekte aus verschiedenen Teilen Europas. Dank der Zusammenarbeit mit mehr als 50 Leihgebern aus 11 Ländern – Museen, Institutionen und Privatsammlungen –, vor allem aus Italien, dem Ehrengastland der Frankfurter Buchmesse 2024, sowie aus weiteren europäischen Ländern wie der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Kroatien, Österreich, Bulgarien und Rumänien, wird diese einzigartige Ausstellung realisiert. Viele der Objekte waren noch nie zuvor ausgestellt, u.a. Exponate aus Italien, Korsika und Kroatien, aber auch jüngst entdeckte aus Deutschland, wie z. B. Funde aus der Königspfalz Helfta in Sachsen-Anhalt und aus Salzkotten in Ostwestfalen.

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Mär 21 2025

Verräter oder Helden

"Verräter" oder "Helden"? Fritz Bauer und der "Prozess um den 20.Juli 1944" 

 „Die Strafkammer ist der Auffassung, dass der nationalsozialistische Staat kein Rechtsstaat, sondern ein Unrechtsstaat war, der nicht dem Wohle des deutschen Volkes diente." Dieser Satz aus dem Plädoyer des damaligen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer leitete zusammen mit dem gesamten Prozess gegen den Rechtsextremen Otto Ernst Remer ein Umdenken in der westdeutschen Öffentlichkeit der 1950-Jahre ein. Remer hatte die Widerstandskämpfer um Graf von Stauffenberg öffentlich als Landesverräter bezeichnet, Fritz Bauer erhob daraufhin Anklage wegen übler Nachrede und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener. Die bundesweit gezeigte Wanderausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand beleuchtet eindrucksvoll den Hergang und das Umfeld des Prozesses, in dem Fritz Bauer der deutschen Öffentlichkeit den Unrechtscharakter des NS-Regimes vor Augen führte und die Widerständler rehabilitierte.

Öffnungszeiten im Haus der Geschichte: Montag bis Freitag 9:00 bis 17:30 Uhr,  Eintritt frei

Bild © Gedenkstätte deutscher Widerstand Berlin

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Léo Maillet: Eine Flucht in Bildern

Léo Maillet wurde in Frankfurt geboren und emigrierte 1934 über Luxemburg weiter nach Belgien, England und Frankreich. Als die deutsche Wehrmacht in Paris einmarschierte, musste er erneut fliehen. Er suchte Zuflucht im unbesetzten Süden, wurde dort 1942 verhaftet und in Lagern der Vichy-Regierung interniert. Aus dem Deportationszug nach Auschwitz konnte er entkommen und schlug sich in die Cevennen durch, wo er unter falscher Identität lebte, bis ihm 1944 die Flucht in die Schweiz gelang.


Zur Eröffnung der Kabinett-Präsentation „Léo Maillet: Der zerbrochene Spiegel“ zeigen wir nach einer kurzen Einführung zur Ausstellung den Dokumentarfilm FLUCHT von Peter Nestler, der den verschlungenen Fluchtwegen Léo Maillets gefolgt ist. Der Regisseur wird an dem Abend anwesend sein. Eine besondere Rolle spielen in dem Film die Gespräche mit Sohn Daniel sowie die Zeichnungen, die der Maler auf der Flucht anfertigte. Jahre später setzte er sie in Radierungen um, die nun in unserer Kabinettausstellung zu sehen sind. 

Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Anmeldung bis Mittwoch, den 19. März 2025, an: eroeffnung.jmf@stadt-frankfurt.de

Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Frankfurt, Bertha-Pappenheim-Platz 1



Bild: Léo Maillet (1902–1990), Le Graveur (Selbstbildnis), 1944 (c) Nachlass Léo Maillet, Dauerleihgabe der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege

Text und Von der Website des Jüdischen Museums Frankfurt

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