Die Pflanzen- und Tierwelt war eine der wichtigsten Inspirationsquellen für Modelleure und Maler der Höchster Porzellanmanufaktur im 18. Jahrhundert. Von trompe-l'œil Geschirre bis zu Tier- oder Blumendekore auf Tee- und Kaffeeservice, über Tierdarstellungen bei Porzellanfiguren, die Beispiele sind zahlreich. Bei dieser Führung entdecken wir eine Vielfalt an Formen und Dekore rund um Naturalismus.
Sonntagsführung mit Calogera von Auw
Eintritt: 4 €/ermäßigt 2 € zzgl. 3 € Führung
Ort: Porzellan Museum im Kronberger Haus Bolongarostraße 152 in 65929 Frankfurt-Höchst
Anmeldung vor Ort oder über den Besucherservice
Das menschliche Verhältnis zur Technik ist von einer bedenklichen Schieflage geprägt: Menschen erscheinen als Mängelwesen, die unnötige Fehler machen und Dummheiten begehen, während ihre Maschinen und Technologien als Überwinder ihrer Schwächen gefeiert werden.
Martina Heßler, Historikerin der Technikgeschichte an der Technischen Universität Darmstadt, erzählt in ihrem Buch die beeindruckende Geschichte dieses wirkmächtigen Gedankens, in dem sich die menschliche Fehlbarkeit hartnäckig mit technologischer Perfektion verbindet.
Moderation: Dorothee Linnemann
Die Reihe "Geschichte Jetzt!" findet in Kooperation mit hr2-kultur, dem Historischen Seminar der Goethe-Universität und dem Archäologischen Museum Frankfurt statt. Die FAZ ist Medienpartnerin der Veranstaltungsreihe. Mit freundlicher Unterstützung der Freunde & Förderer des Historischen Museums.
4 €/2 € Eintritt
Ort: Leopold-Sonnemann-Saal
Nach dem Ersten Weltkrieg erlebten und erlitten die großen Städte in Deutschland und Österreich Veränderung auf allen Gebieten. Statt Monarchie waren demokratisch verfasste Republiken entstanden, mit allgemeinem freiem Wahlrecht für Männer und Frauen. Der Gewinn an Freiheit war jedoch zunächst begleitet von Nahrungsmittelknappheit, Wirtschaftskrise, Geldentwertung und vor allem von akuter Wohnungsnot. Schon während des Ersten Weltkrieges, aber auch danach waren kaum Wohnungen gebaut worden. Sowohl in Wien wie auch in den deutschen Großstädten wurde der zuvor durch private Bauspekulation betriebene Wohnungsbau zur vordringlichen Aufgabe der Gemeinde.
Nicht nur Frankfurt, auch Hamburg und Wien erlebten zwischen 1925 und 1933/34 eine Ära von forcierter Reform, die durch den Nationalsozialismus und den Austrofaschismus beendet wurde. Diese drei Städte schrieben, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise Städte- und Wohnungsbau-Geschichte:
– in Frankfurt das von Ernst May und seinem Team geplante anti-urbane Neue Frankfurt mit seinen Flachbau-Siedlungen im Grünen, eingefügt in eine „Stadtlandschaft“ aus „Trabanten“ und Grüngürtel;
– in Wien das rote Wien mit den „Gemeindebauten“, d. h. urbane, teils monumentale Komplexe im verdichteten Geschosswohnungsbau mit integrierten Gemeinschaftseinrichtungen;
– in Hamburg die durch Fritz Schumachers „modellmäßigen Städtebau“ gegliederte Wohnstadt Hamburg in mit halb geöffneten Baublocks im Geschosswohnungsbau.
Die in der Ausstellung des Museum Angewandte Kunst geplante Gegenüberstellung bietet dabei die Chance, etablierte Narrative kritisch zu befragen. Im Vergleich wird das Charakteristische des jeweiligen Modells ebenso wie die Unterschiede umso deutlicher zu erkennen sein. Hundert Jahre später befindet sich die Wohnungsversorgung besonders in Deutschland erneut in der Krise. Besonders in den großstädtischen Zentren erreicht der Wohnungsmangel nicht nur für gering Verdienende dramatische Ausmaße. Die Rückblende auf die beispielhaften Pionierleistungen der Jahre 1924-33 in Frankfurt, Wien und Hamburg, kann das Bewusstsein für die aktuelle Krise schärfen und Ansätze zu ihrer Überwindung unterstützen.
Online-Fortbildung des Instituts für Stadtgeschichte
Fortbildung für Lehrkräfte und Geschichtsvermittelnde Lehrkräften und anderen Multiplikator*innen präsentieren wir im bequemen Online-Format aktuelle und grundsätzliche Angebote der Archivpädagogik. Fokussieren werden wir uns dabei auf unsere laufende Ausstellung mit der Frankfurter Demokratisierung durch die Amerikaner bis 1965 und dem Wiederaufbau der Paulskirche, sowie auf archivalische Quellen rund um Protestbewegungen, beispielsweise den Bauernkrieg, die Märzrevolution 1848/49 oder die Studentenbewegung. Zum einen stellen wir unterschiedliche Dokumente wie Akten, Briefe, Zeitungsausschnitte, Pläne und Fotografien vor, werden Ihnen aber auch die Gelegenheit geben, in Kleingruppen ausgewählte Beispiele näher zu betrachten.
Mi, 29.10.2025, 15:00-16:30 Uhr
Anmeldung bitte vorab an: archivpaedagogik@stadt-frankfurt.de
Vortrag im Historischen Museum Frankfurt
In ihrem Vortrag stellt Frauke Steinhäuser ausführlich die von ihr erforschten und für die Frankfurt History App bearbeiteten Lebensgeschichten von Otto Kohlmann und Sophie Gotthardt vor: zwei queere subproletarische Personen, die im Nationalsozialismus sozialrassisch verfolgt, psychiatrisiert und kriminalisiert wurden und die als „asozial“ konstruiert mehrere Konzentrationslager überlebten. Zwei Fragen bilden dabei die Leitlinien: Wie versuchten sich beide gegen die eskalierenden staatlichen Kontroll-, Verfolgungs- und Gewaltmaßnahmen zu wehren? Welche Handlungsräume standen ihnen zur Verfügung und wie haben sie diese genutzt? Deutlich werden zwei sehr unterschiedliche Überlebensstrategien.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Frankfurter Arbeitskreis Queere Stadtgeschichte statt.Am Mittwoch, den 29. Oktober um 15.40 Uhr, findet eine Stolpersteinverlegung für Otto, Sophie und Karl Kohlmann statt. Mehr Informationen hier: https://www.stolpersteine-frankfurt.de/aktuell.html.
Ort: Historisches Museum Frankfurt, Leopold-Sonnemann-Saal
Eintritt frei, ohne Anmeldung