Human Diversity and Early Modern Religious Life: (Im)perfection and (Im)purity

In der Frühen Neuzeit war die religiöse Praxis geprägt von dem paradoxen Nexus zwischen dem Anspruch auf Universalität und dem Prinzip der Auserwähltheit. Universalität musste mit den jeweiligen Umständen des sozialen Lebens in Einklang gebracht werden. In der korporativen Gesellschaft der Frühen Neuzeit spielte die soziale Positionierung eine wichtige Rolle; die Verflechtung von sozialem Status und Heilsversprechen konnte zur Verfestigung sozialer Ungleichheiten führen, aber auch soziale Mobilität ermöglichen. In diesem allgemeinen Rahmen mussten sehr konkrete und praktische Fragen geklärt werden, Fragen, die darüber entschieden, wer zu einer bestimmten Religionsgemeinschaft gehörte, welche Position den Mitgliedern der Gesellschaft zukam und wer eine privilegierte Beziehung zum Göttlichen hatte. Sie waren von zentraler Bedeutung im Zusammenhang mit Missionen, imperialen Expansionen und ganz allgemein in der Konfrontation konkurrierender Religionsgemeinschaften. Aber wie genau wurden diese Entscheidungen getroffen und inwieweit spielten körperliche Unterschiede eine Rolle? 

Eintritt frei, für alle offen und online Teilnahme möglich aber um Anmeldung vor dem 24. Juni unter ifra@institutfrancais.de wird gebeten.

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Jun 27 2025
- 29.06.2025

Die Aufklärung - Quelle der Romantik?

Die Aufklärung - Quelle der Romantik? 

Georg Christoph Lichtenberg gehört der Väter-Generation der Frühromantiker an und war ein erbitterter Verächter ihrer Vorläuferbewegung Sturm und Drang. Aber alle Romantiker kannten ihn, die älteren sogar persönlich, wie Wackenroder und Tieck. Die Brüder Schlegel schätzten ihn zumeist. Die Naturphilosophen Ritter und Schelling ließen sich von seinen Ideen „elektrisieren“, die romantische Naturwissenschaft (Arnim, beide Brüder Humboldt) fanden bei ihm Anregungen, auch im Widerspruch. Die Zeitgenossen Jean Paul, Klingemann, Hoffmann, Heine und nachher Mörike und Schopenhauer nahmen Anregungen von ihm auf, erkannten sich in ihm wieder, zitierten ihn sprichwörtlich, rieben sich an ihm. Und die postume Publikation seiner ‚Sudelbücher' 1800/01, von Schleiermacher begeistert rezensiert, bestätigte trefflich Schlegels romantisches Postulat der Aufbrechung des Dichtungsbegriffs im Athenäum-Fragment 116. Möglichst viele dieser Perspektiven auf Bildende Kunst, Literatur, Philosophie und Naturkunde werden von Romantik Expertinnen und -Experten in ihren Vorträgen zu wechselseitiger Erhellung einer komplizierten Beziehung eröffnet. Alle Vorträge sind öffentlich. Im Anschluss an die Vorträge gibt es Gelegenheit zur Diskussion.

Mit freundlicher Unterstützung von der Stadt Ober-Ramstadt und der Wissenschaftsstadt Darmstadt Eine Veranstaltung der Lichtenberg-Gesellschaft e. V. in Kooperation mit dem Freien Deutschen Hochstift

Anmeldungen erbeten bis zum 10. Juni 2025

Link für mehr Informationen und zum Programm

 

Jun 26 2025
19:00

Unboxing (Art-)History

Unboxing (Art-)History

Am 5. April 1916 wurde das Kunstgeschichtliche Seminar der Goethe-Universität, das bereits im April 1915 seinen Lehrbetrieb aufgenommen hatte, mit einem feierlichen Akt in den neuen Räumen des Städelschen Kunstinstituts eröffnet. Die Zeit zwischen den Kriegen war von Euphorie und Tatendrang, aber auch von finanziellen Entbehrungen gekennzeichnet. Entlassungen, die durch das NS-Regime vorgenommen wurden, hätten beinahe zur Schließung des Instituts geführt. Eine Herausforderung bedeuteten die durch Kriegsschäden entstandenen Verluste innerhalb der Lehrmittelsammlung. Die unmittelbare Nachkriegszeit war daher stark von den Bemühungen um den (Neu-)Aufbau des kunstwissenschaftlichen Apparats geprägt.

Einige Artefakte haben die Zeiten überdauert. Bücher, Mappenwerke, Glasdias und Fotografien, aber auch handschriftliche Aufzeichnungen und technische Apparate geben heute Aufschluss über die Anfänge der Kunstgeschichte in Frankfurt. Die Ausstellung zeigt eine exemplarische Auswahl von Objekten, an denen sich der Geschichte des Instituts nachspüren lässt, wobei auch grundsätzliche Aspekte der wissenschaftlichen Arbeit, ihrer historischen Entwicklung und aktuellen Perspektiven dargestellt werden. Verändert haben sich die Werkzeuge und mit ihnen auch die Methoden und Vorgehensweisen. Ihre Genese wird ebenfalls nachgezeichnet. 

Ausstellungszeitraum: 

Vom 27. Juni 2025 bis 31. August 2025 

Dienstag bis Freitag 13:00-20:00 Uhr, Samstag und Sonntag 10:30-18:00 Uhr, montags geschlossen 

Der Eintritt ist frei!

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Human Diversity and Early Modern Religious Life: (Im)perfection and (Im)purity

In der Frühen Neuzeit war die religiöse Praxis geprägt von dem paradoxen Nexus zwischen dem Anspruch auf Universalität und dem Prinzip der Auserwähltheit. Universalität musste mit den jeweiligen Umständen des sozialen Lebens in Einklang gebracht werden. In der korporativen Gesellschaft der Frühen Neuzeit spielte die soziale Positionierung eine wichtige Rolle; die Verflechtung von sozialem Status und Heilsversprechen konnte zur Verfestigung sozialer Ungleichheiten führen, aber auch soziale Mobilität ermöglichen. In diesem allgemeinen Rahmen mussten sehr konkrete und praktische Fragen geklärt werden, Fragen, die darüber entschieden, wer zu einer bestimmten Religionsgemeinschaft gehörte, welche Position den Mitgliedern der Gesellschaft zukam und wer eine privilegierte Beziehung zum Göttlichen hatte. Sie waren von zentraler Bedeutung im Zusammenhang mit Missionen, imperialen Expansionen und ganz allgemein in der Konfrontation konkurrierender Religionsgemeinschaften. Aber wie genau wurden diese Entscheidungen getroffen und inwieweit spielten körperliche Unterschiede eine Rolle? 

Eintritt frei, für alle offen und online Teilnahme möglich aber um Anmeldung vor dem 24. Juni unter ifra@institutfrancais.de wird gebeten.

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Der Darmstädter Einsatzgruppenprozess 1967/68 

Mit dem Verfahren gegen Angehörige des Sonderkommandos 4a der Einsatzgruppe C wurde 1960 ein Verbrechen aufgerollt, dem circa 80.000 Jüdinnen und Juden zum Opfer gefallen waren. Joscha Döpp zeigt die intensive Grundlagenforschung, die vom Darmstädter Landgericht geleistet wurde, und stellt den Prozess in den Kontext anderer Verfahren wegen nationalsozialistischer Gewaltverbrechen in der Bundesrepublik. 

Joscha Döpp M.A. ist seit 2024 Doktorand an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seine Masterarbeit zum Darmstädter Einsatzgruppenprozess wurde 2024 mit dem Zámečník-Studienpreis des Comité International de Dachau ausgezeichnet. Seine Studie Von Babyn Jar nach Darmstadt. Der SS-Sonderkommandoführer Kuno Callsen vor Gericht ist 2024 im Wallstein Verlag erschienen. 

Erich von dem Bach-Zelewski 

Mit der Monografie über Erich von dem Bach-Zelewski wird ein NS-Täter in den Blick genommen, der half, den Nationalsozialismus vorzubereiten, und an schlimmsten Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung in der Sowjetunion beteiligt war. Seine Taten dokumentierte er in autobiografischen Schriften, die Jan Kreutz neben vielen anderen Quellen in seinem Buch analysiert. 

Dr. Jan Kreutz promovierte an der Universität Hamburg. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Geschichte und Geschichtsdidaktik der Europa-Universität Flensburg. Seine Studie Erich von dem Bach-Zelewski. Karrieren der Gewalt zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik ist 2025 im Wallstein Verlag erschienen. 

Ort: Goethe-Universität Frankfurt am Main Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1 Casino-Gebäude, Raum 1.811

Link zum Fritz-Bauer-Institut