Ägyptische Alchemisten und ihre Episteme. Unedierte koptische Rezept-Papyri des 9./10. Jh.s im Kontext zeitgenössischer arabischer Alchemie.

Ein Vortrag von Sebastian Richter (FU Berlin)

Im Frankfurter kulturwissenschaftlichen Forschungskolloquium zu vormodernen Gesellschaften 400-1600 werden aktuelle Problemstellungen mit auswärtigen Gästen diskutiert. Das Kolloquium steht allen Interessierten offen – bitte melden Sie sich entweder über das OLAT an oder kommen Sie einfach vorbei!

Ort: IG-Farbenhaus, IG 0.254

Link für mehr Informationen

 

Mai 29 2025
14:00

Jupiter, Mithras und Christus

Jupiter, Mithras und Christus: Die Frankfurter Silberinschrift und die religiöse Vielfalt im römischen NIDA

Die hauchdünne Silberinschrift wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Ursprünglich in einer silbernen Kapsel aufbewahrt, trägt die hauchdünne Silberfolie eine einzigartige Inschrift: Der in Latein abgefasste, 18-zeilige Text besitzt rein christlichen Charakter. Er gilt als ältester authentischer Beleg für Christen nördlich der Alpen. 

Die Frankfurter Silberinschrift aus dem Gräberfeld „Heilmannstraße“ in Frankfurt am Main-Praunheim gibt einen Einblick in die religiöse Vielfalt im römischen NIDA des 3. Jahrhunderts n. Chr. Zahlreiche Jupitersäulen und Altäre, mindestens vier Mithras-Heiligtümer sowie ein ummauerter Kultbezirk im Zentrum der Stadt belegen, dass NIDA zu dieser Zeit ein bedeutendes religiöses Zentrum im Nordosten der Provinz Obergermanien war. Es ist die Blütezeit der Stadt, aber auch eine Epoche des Wandels und der Krisen im Römischen Reich. 

Die Führung stellt den herausragenden Fund der Silberinschrift in ihren archäologischen und kulturhistorischen Hintergrund. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf den unterschiedlichen Glaubenswelten der Bewohner und den religiösen Strömungen in NIDA in einer Zeit voller Umbrüche.

Treffpunkt: Museumsfoyer, Dauer: ca. 90 Minuten Führungsgebühr: 7 € / 5 € zzgl. erm. Eintritt: 4 €

Teilnehmerzahl begrenzt! Anmeldung unter fuehrungen.archaeologie@stadt-frankfurt.de

Link zum Archäologischen Museum Frankfurt

 

Mai 27 2025
18:15

Des Kaisers alter Blumenkohl

Des Kaisers alter Blumenkohl: Möglichkeiten und Grenzen kaiserlicher Politik im Reichsnorden um 1700

Ein Vortrag von Marco Barchfeld (Erlangen)

Das Kolloquium findet dienstags vom 22. April 2025 bis 22. Juli 2025 zwischen 18:15-19:45 Uhr im IG-Farben-Haus am Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt am Main im Raum IG 3.401 statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, teilzunehmen und mitzudiskutieren.


Das Programm des Kolloquiums als PDF

 

Verfehlte Mission. Das geteilte Jerusalem und die Vereinten Nationen

Im November 1947 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen den Teilungsplan für das britische Mandatsgebiet Palästina. Jerusalem, die heilige Stadt der drei monotheistischen Weltreligionen, war von diesem Plan ausgenommen. Sie sollte ungeteilt in die Obhut der UN übergehen. Doch der Israelisch-Arabische Krieg vereitelte 1948 diesen Plan. Jerusalem wurde in Ost und West geteilt mit einer Exklave im Nordosten der Stadt. 

Die Historikerin Prof. Yfaat Weiss hat erstmalig die weltweit verstreuten Quellen zur Geschichte dieser Exklave bis 1967 untersucht. In ihrem Buch geht sie auf die vergeblichen Versuche der UN ein, Frieden zwischen den Konfliktparteien Jordanien und Israel zu stiften, auf die Souveränitätsansprüche der beiden Länder und den Umgang mit dem deutsch-jüdischen Kulturerbe vor Ort. Sie beschreibt die ausgelagerten Bestände der Nationalbibliothek, die zu verwaisen drohen, die verlassenen Institute der Hebräischen Universität, den biblischen Zoo mit hungernden Tieren, das zweckentfremdete Gelände des deutschen Auguste-Viktoria-Krankenhauses auf dem Ölberg und schließlich das palästinensische Dorf Issawiya mitten in der Exklave. Hier reicht die Geschichte in unsere Gegenwart hinein. 

Im Gespräch mit dem Journalisten Yves Kugelmann stellt Prof. Yfaat Weiss an diesem Abend ihr Buch vor und diskutiert, welche Auswirkungen die verfehlte UN-Mission hatte. Die Veranstaltung findet an dem sowohl symbolischen als auch konfliktreichen Jerusalemtag statt, der an die israelische Eroberung der Altstadt und Ost-Jerusalems während des Sechs-Tage-Krieges 1967 und die Wiedervereinigung der geteilten Stadt unter israelischer Herrschaft erinnert.

In Kooperation mit dem Buber-Rosenzweig-Institut an der Goethe-Universität Frankfurt 

Ort: Jüdisches Museum Frankfurt

Für die Teilnahme bitten wir um Anmeldung an:veranstaltungen.jmf@stadt-frankfurt.de. Eintritt 10 €, ermäßigt 5 €.

Link für mehr Informationen

 

Text & Spirit Erleuchtungsgrafik. Mittelalterliche Handschriften zwischen Alltagspraxis, Luxus und Glaube

Erstmals zeigt das Museum Angewandte Kunst in der Ausstellung Text & Spirit seinen vollständigen Bestand spätmittelalterlicher illuminierter Handschriften. Es handelt sich dabei um Bücher und Fragmente mit feinster Buchmalerei und dekorativer Ausstattung aus Gold, Lapislazuli oder Purpur. Mit der Ausstellung Text & Spirit werden die Handschriften in ihrer christlichen Erleuchtungsästhetik aus Schrift, Malerei sowie kostbarem Materialaufwand aus Pergament und Gold im Original vorgestellt. Begleitende Fragestellungen zu Alltagsritualen, Wertmaßstäben, Mode, Kunst, Restaurierung oder Religion setzen eine Auseinandersetzung mit diesen Buchwerken und ihrer Epoche frei. Die Handschriften wurden in Gänze gescannt, mit dem Ziel, sie in Gestalt von Büchern und Buchfragmenten (cuttings) auf einer digitalen Museumsplattform öffentlich verfügbar zu machen. Die Ausstellung ist für eine spätere selbständige Beschäftigung mit dem Thema entlang der Digitalisate mit begleitenden Videointerviews und vertiefendem Literaturangebot angelegt. Sie ist der Anlass, diesen wichtigen Museumsbestand der Öffentlichkeit zum Kennenlernen und zum Forschen zu übergeben. Wie können wir uns das Verhältnis zwischen Luxusentsagung und Luxusdemonstration vorstellen?

Das Stundenbuch als Multimedium des Mittelalters - Wie Schrift, Bilder und Gefühl das Beten im Spätmittelalter prägten

Die Mediävistin und Kunsthistorikerin Johanna Scheel führt durch die Ausstellung Text & Spirit. Erleuchtungsgrafik. Mittelalterliche Handschriften zwischen Alltagspraxis, Luxus und Glaube.

Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.

Bild: LM 48, Stundenbuch © Museum Angewandte Kunst, Text von der Website des Museums Angewandte Kunst

Link zur Veranstaltung und Link zur Ausstellung