Keine Epoche der deutschen Geschichte ist so gut aufgearbeitet wie das „Dritte Reich“, kein historisches Thema war öfter Gegenstand von Fach- und Sachbüchern, Belletristik, Filmen oder Fernsehserien. Dass aber längst noch nicht alles erforscht ist und neue Formate der Vermittlung auch einen neuen Blick auf die NS-Zeit und ihre Nachwirkungen ermöglichen, zeigt in beeindruckender Weise das Buch „Oberbrechen. A German Village Confronts Its Nazi Past“.
„Oberbrechen“ untersucht im Comic-Format die Komplexität der Beziehungen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Mitgliedern des gleichnamigen Dorfs in Hessen. Als Graphic History konzipiert, lotet es den Mikrokosmos einer Dorfgesellschaft aus und zeigt, wie die „eigene“ Gewaltgeschichte während des Nationalsozialismus verhandelt und wie die Menschen vor Ort mit der allgegenwärtigen und dennoch meist unausgesprochenen Präsenz der Shoah umgingen. Im Zentrum steht dabei die Frage, die sich anhand des Dorfs Oberbrechen paradigmatisch auch für viele andere Orte in Deutschland stellt: Wie wirkte sich die unterschiedliche Beteiligung an anti-jüdischer Ausgrenzung und damit die unterschiedliche lokale Gewalterfahrung auf die Wiederbegegnungen nach 1945 zwischen Vertriebenen und Gebliebenen sowie ihren Angehörigen aus? Darüber diskutieren die Autorinnen Stefanie Fischer und Kim Wünschmann mit Andreas Platthaus (FAZ).
Ort: IG 411
The Use ans Misuse of Haereticus and Haeresis in the Grand Duchy of Lithuania Before the Reformation
Ein Vortrag von Aliaksandra Valodzina (Greifswald/Rostock)
Das Kolloquium findet dienstags vom 22. April 2025 bis 22. Juli 2025 zwischen 18:15-19:45 Uhr im IG-Farben-Haus am Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt am Main im Raum IG 3.401 statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, teilzunehmen und mitzudiskutieren.Der Vortrag findet abweichend in IG 0.254 statt.
Das Programm des Kolloquiums als PDF
Die Berufung Luthers auf das Evangelium als Glaubensgrundlage bot den unteren Bevölkerungs- schichten eine Legitimationsgrundlage für ihre Beschwerden und Forderungen an ihre Obrigkeiten. Im Zuge des Bauernkrieges kam es auch in Städten zu Erhebungen von Handwerkern und Angehörigen sozialer Unterschichten. Die Frankfurter 46 Artikel von 1525 wurden rasch durch mehrere Drucke verbreitet und dienten Aufständischen in anderen Städten als Vorlage für ihre eigenen Forderungskataloge.
Referent: Dr. Michael Matthäus, ISG
Ort: Karmeliterkloster Veranstalter: Institut für Stadtgeschichte
Eintritt: 6 €, ermäßigt 3 €
Anmeldung möglich unter https://pretix.eu/isgfrankfurt/; Besuch auch ohne Reservierung möglich.
Hans Jonas: The Early Years
Das Buch "Hans Jonas: The Early Years" wird in einem Gespräch mit Herausgebern und Beiträger*innen vorgestellt.
Text & Spirit Erleuchtungsgrafik. Mittelalterliche Handschriften zwischen Alltagspraxis, Luxus und Glaube
Erstmals zeigt das Museum Angewandte Kunst in der Ausstellung Text & Spirit seinen vollständigen Bestand spätmittelalterlicher illuminierter Handschriften. Es handelt sich dabei um Bücher und Fragmente mit feinster Buchmalerei und dekorativer Ausstattung aus Gold, Lapislazuli oder Purpur. Mit der Ausstellung Text & Spirit werden die Handschriften in ihrer christlichen Erleuchtungsästhetik aus Schrift, Malerei sowie kostbarem Materialaufwand aus Pergament und Gold im Original vorgestellt. Begleitende Fragestellungen zu Alltagsritualen, Wertmaßstäben, Mode, Kunst, Restaurierung oder Religion setzen eine Auseinandersetzung mit diesen Buchwerken und ihrer Epoche frei. Die Handschriften wurden in Gänze gescannt, mit dem Ziel, sie in Gestalt von Büchern und Buchfragmenten (cuttings) auf einer digitalen Museumsplattform öffentlich verfügbar zu machen. Die Ausstellung ist für eine spätere selbständige Beschäftigung mit dem Thema entlang der Digitalisate mit begleitenden Videointerviews und vertiefendem Literaturangebot angelegt. Sie ist der Anlass, diesen wichtigen Museumsbestand der Öffentlichkeit zum Kennenlernen und zum Forschen zu übergeben. Wie können wir uns das Verhältnis zwischen Luxusentsagung und Luxusdemonstration vorstellen?
Wie können wir uns das Verhältnis zwischen Luxusentsagung und Luxusdemonstration vorstellen?Der Mediävist Dr. Peter Gorzolla führt durch die Ausstellung Text & Spirit. Erleuchtungsgrafik. Mittelalterliche Handschriften zwischen Alltagspraxis, Luxus und Glaube.
Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.Bild: LM 48, Stundenbuch © Museum Angewandte Kunst, Text von der Website des Museums Angewandte Kunst
Link zur Veranstaltung und Link zur Ausstellung