In Frankfurt und Umgebung beteiligen sich viele Bibliotheken an der bundesweiten Aktion Am 4. April findet die erste bundesweite „Nacht der Bibliotheken“ statt. Unter dem Motto „Wissen. Teilen. Entdecken.“ werden Bibliotheken in ganz Deutschland um die Wette strahlen. Mit einem bunten Programm an Veranstaltungen, Workshops, Lesungen und Führungen sind alle eingeladen ihre Bibliothek (neu) zu entdecken.
Auch in Frankfurt und Umgebung beteiligen sich wissenschaftliche und öffentliche Bibliotheken mit Führungen und Einblicken, mit Musik, Familienprogramm, Vorträgen und Gesprächen an der Aktion. 14 Bibliotheken präsentieren ihr vielfältiges Programm gemeinsam auf: bit.ly/nachtderbibliotheken-frankfurt
Mit dabei sind die Deutsche Nationalbibliothek, die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, die Bibliotheken der Frankfurt UAS, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, die Bibliotheken des Jüdischen Museums, des Klingspor Museums, des Museums Angewandte Kunst, des Museums MMK für Moderne Kunst, des Weltkulturen Museums und des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF). Bei den Öffentlichen Bibliotheken öffnen die Stadtbücherei Frankfurt, die Stadtbücherei Dreieich und die Stadtbibliotheken Bad Vilbel und Neu-Isenburg ihre Türen.
Die bundesweite Nacht der Bibliotheken ist eine Initiative des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv) und seiner 16 Landesverbände. Der dbv vertritt mit seinen mehr als 2.000 Mitgliedern bundesweit über 8.000 Bibliotheken mit 25.000 Beschäftigten. Das bundesweite Programm gibt es auf www.nachtderBibliotheken.de.
Der Florentiner Gelehrte Antonio Magliabechi, Bibliothekar des Großherzogs Cosimo III. von Toskana, sammelte im Laufe seines Lebens etwa 30.000 Bücher, darunter fast 3.000 Handschriften, die er der Stadt Florenz unter der Bedingung vermachte, dass sie seinen Mitbürgern in einer Bibliothek zugänglich gemacht würden. Diese Sammlung wurde zum Grundstein der ersten öffentlichen Bibliothek Italiens und zum Kern der heutigen Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze. Der Vortrag widmet sich der Figur dieses exzentrischen Bibliothekars und seiner Rolle in der wissenschaftlichen Vermittlung seiner Zeit sowie der Geschichte der öffentlichen Bibliothek in Italien und der Entstehung von dessen Nationalbibliothek.
Ort: Lesesaal 2. Obergeschoss der Zentralbibliothek in Bockenheim
Referent*in: Andrea Baldan (Goethe-Universität) Dieser Vortrag ist Teil des Rahmenprogramm der Ausstellung „Beyers Bücherschatz. Vom Sammeln und Stiften vor Senckenberg“.
Vor dem Hintergrund politischer und wirtschaftlicher Krisen erlebte der Sport in den ersten Jahren der Weimarer Republik einen enormen Aufschwung. Die Stadt Frankfurt bewies großen Mut und Weitblick als sie trotz Inflation am Bau eines Freizeitparks mit „Hauptkampfbahn“, Radstadion, Schwimmbad, Sporthalle, Tennisplätzen und Freilichttheater auf einem 42 Hektar großen Walddreieck festhielt. Die idyllische Lage im Stadtwald und die faszinierende Architektur der Sportstätten begeisterten bei der Einweihung am 21. Mai 1925. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung“ feierte das Frankfurter Stadion damals als „schönste deutsche Sportanlage“. Der Vortrag behandelt Entstehung und Idee des Stadions, das sowohl Wettkampfstätte als auch Sport- und Erholungspark sein sollte.
Ein Vortrag von Dr. Thomas Bauer
Erstmals zeigt das Museum Angewandte Kunst in der Ausstellung Text & Spirit seinen vollständigen Bestand spätmittelalterlicher illuminierter Handschriften. Es handelt sich dabei um Bücher und Fragmente mit feinster Buchmalerei und dekorativer Ausstattung aus Gold, Lapislazuli oder Purpur. Mit der Ausstellung Text & Spirit werden die Handschriften in ihrer christlichen Erleuchtungsästhetik aus Schrift, Malerei sowie kostbarem Materialaufwand aus Pergament und Gold im Original vorgestellt. Begleitende Fragestellungen zu Alltagsritualen, Wertmaßstäben, Mode, Kunst, Restaurierung oder Religion setzen eine Auseinandersetzung mit diesen Buchwerken und ihrer Epoche frei. Die Handschriften wurden in Gänze gescannt, mit dem Ziel, sie in Gestalt von Büchern und Buchfragmenten (cuttings) auf einer digitalen Museumsplattform öffentlich verfügbar zu machen. Die Ausstellung ist für eine spätere selbständige Beschäftigung mit dem Thema entlang der Digitalisate mit begleitenden Videointerviews und vertiefendem Literaturangebot angelegt. Sie ist der Anlass, diesen wichtigen Museumsbestand der Öffentlichkeit zum Kennenlernen und zum Forschen zu übergeben.
Wie können wir uns das Verhältnis zwischen Luxusentsagung und Luxusdemonstration vorstellen?
Der Mediävist Dr. Peter Gorzolla führt durch die Ausstellung Text & Spirit. Erleuchtungsgrafik. Mittelalterliche Handschriften zwischen Alltagspraxis, Luxus und Glaube.
Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.
Bild: LM 48, Stundenbuch © Museum Angewandte Kunst, Text von der Website des Museums Angewandte Kunst
Als Goethe im Jahr 1832 starb, hatten die Französische Revolution, die Napoleonischen Kriege und die Industrialisierung Europa von Grund auf verändert. Thomas Steinfeld erzählt Goethe neu – als einen Menschen, in dessen Leben und Werk sich die Umbrüche jener Zeit auf einzigartige Weise spiegeln: beginnend mit der Kindheit in Frankfurt und den Studienjahren in Leipzig und Straßburg, über die Phase des poetischen Aufbruchs bis hin zum ‚Faust', zur ‚Farbenlehre' und zum ‚West-östlichen Divan'. Goethe tritt in den vertrauten Rollen des Dichters, Theatermachers oder Reisenden auf, aber auch in den weniger bekannten des Politikers, Kriegsbeobachters und Naturforschers. Steinfeld zeichnet das Bild eines Intellektuellen, der nichts schreiben konnte, ohne zugleich das Gegenteil zu denken, eines Konservativen, der sich stets auf der Höhe der Zeit befand – und eines klugen, neugierigen, aber auch einsamen Menschen, der einige der schönsten und tiefsten Werke schrieb, die es in der deutschen Literatur gibt. ´
Thomas Steinfeld: Goethe. Porträt eines Lebens, Bild einer Zeit, Berlin 2024 (Verlag Rowohlt Berlin)
Ort: Arkadensaal, Eingang: Großer Hirschgraben 23-25 Deutsches Romantik-Museum, Frankfurter Goethe-Haus
Eintritt:10 € / 5 € für Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts