Netzwerktreffen "Politischer Mediävismus"
Die Zunahme extremistischer und populistischer Positionen im aktuellen politischen Diskurs lässt auch die politischen Dimensionen der Geschichtswissenschaft erneut an Aktualität gewinnen. Gerade bezüglich des Mittelalters fallen momentan verstärkte Versuche der Vereinnahmung von Erinnerungskultur auf, vor allem von Seiten rechtsextremer Netzwerke sowie teils islamistischer Gruppen. Obwohl die entsprechenden Mittelalterbilder keiner wissenschaftlichen Überprüfung standhalten und ihren Zweck sehr deutlich in der Gegenwart finden, fordern sie diejenigen heraus, die sich professionell in Forschung, Lehre und Wissenschaftskommunikation mit der mittelalterlichen Vergangenheit beschäftigen.Ort: Campus Westend, NG 1.741a
Tag der Demokratiegeschichte 2026
Am 18. März 2026 veranstaltet die Volkshochschule Frankfurt am Main erstmals den Tag der Deutschen Demokratiegeschichte in Kooperation mit dem Bürgerverein Demokratieort Paulskirche e.V. Die Veranstaltung wird durch die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte gefördert. Perspektivisch ist vorgesehen, das Format als jährlich wiederkehrende Veranstaltung in Frankfurt am Main zu etablieren.
Im Mittelpunkt steht Frankfurt am Main als Ort der Revolution von 1848 und 1849. Die Stadt war in zweifacher Hinsicht Zentrum des Geschehens: Seit März 1848 entwickelte sich eine breite revolutionäre Bewegung, die über viele Monate hinweg das politische Leben prägte. Zugleich wurde Frankfurt ab Mai 1848 mit der in der Paulskirche tagenden Nationalversammlung zur Hauptstadt der Revolution. Dort wurde über Grundrechte, Verfassung und die politische Zukunft Deutschlands beraten. Der Vortrag arbeitet die enge Verzahnung von städtischer Bewegung und parlamentarischer Entscheidungsfindung heraus.
Den Festvortrag hält Prof. Dr. Dieter Hein von der Goethe Universität Frankfurt am Main.
Im Anschluss laden wir herzlich zu einem Getränk und zum weiteren Austausch ein.
»Gefühlte Aufklärung? Politische Emotionen und die amerikanische Demokratie«
Über den VortragDie amerikanische Unabhängigkeitserklärung gilt gemeinhin als ein zentrales Dokument der Aufklärung, da es Naturrechte proklamiert, die Gleichheit aller Menschen behauptet und die Souveränität des Volkes fordert. Trotz ihrer rationalen Argumentation ist die »Declaration of Independence« auch ein emotional höchst aufgeladener Text – einige Emotionen werden explizit thematisiert, beispielsweise die vielzitierte »happiness«. In welchem Verhältnis stehen Rationalität und Emotionalität in diesem Gründungsdokument zueinander? Welche Rolle haben Gefühle seither in der amerikanischen Demokratiegeschichte gespielt und welche spielen sie heute? Der Vortrag wird diese Fragen aufgreifen und exemplarisch beantworten.
Über die RednerinHeike Paul ist Lehrstuhlinhaberin für Amerikanistik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Zu ihren Veröffentlichungen zählen The Myths That Made America: An Introduction to American Studies (2014, open access) und Amerikanischer Staatsbürgersentimentalismus: Zur Lage der politischen Kultur der USA (2021). 2018 erhielt sie den Gottfried Wilhelm Leibniz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft; 2021 wurde ihr der Bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst verliehen.
Im Jahr 2026 jährt sich die amerikanische Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 zum 250. Mal. Das John McCloy Transatlantic Forum am Forschungskolleg Humanwissenschaften nimmt dies zum Anlass, um sich – gerade auch vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Entwicklungen in den USA – in einer interdisziplinären Vortragsreihe mit der Wirkungsgeschichte und Aktualität der »Declaration of Independence« zu befassen. Die Reihe wird in Kooperation mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte veranstaltet.
Zur besseren Disposition bitten wir um vorherige Anmeldung bis zum 12. März 2026 unter: anmeldung@forschungskolleg-humanwissenschaften.de. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung.
Ort: Forschungskolleg Humanwissenschaften, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg
Anlässlich der Ausstellung Unter Druck — Politische Plakate 1918-1933 gibt der ehemalige Leiter des Deutschen Plakat Museums, René Grohnert, Einblicke in die Geschichte des Plakats.
Der Vortrag präsentiert mit über 120 Abbildungen einen Überblick über die Entwicklung des Themas Politik im Plakat. Es wird in Beispielen auf die Vorläufer des politischen Plakats eingegangen, auf die Flugschriften seit dem 16. Jahrhundert und die politischen Karikaturen, die am Ende des 19. Jahrhunderts mit politischen Themen provozierten. Erwähnt werden auch zahlreiche Zensurbestimmungen und Gesetze, die verhinderten, dass Plakate mit politischen Inhalten vor 1914 an die Öffentlichkeit kamen. Die erste prominente Entfaltung des politischen Plakats fand im Ersten Weltkrieg statt. Die Plakate der 1920er und 1930er Jahre spiegeln auch in ihrer visuellen Brutalität wider, was sich an politischen Auseinandersetzungen auf den Straßen jener Jahre abspielte.
Der Vortrag findet im Rahmen der Sonderausstellung „Unter Druck — Politische Plakate 1918-1933“ und in Kooperation mit den Freunden des Museums Wiesbaden e.V. statt. Der Eintritt ist frei.
Im Mittelpunkt des Abends steht ein 1690 in Lwów (heute: Lwiw) gedrucktes Evangeliar, eine Dauerleihgabe aus dem Bode-Museum (Staatliche Museen zu Berlin). Ein Anlass, das Verhältnis von Schrift und Bild in der orthodoxen Kunst einmal näher zu betrachten und der Bedeutung von kirchenslawischen Inschriften auf den Ikonen nachzugehen. Welche Rolle spielt das Kirchenslawische bis heute in Liturgie und religiöser Praxis?
Mit Dr. Konstanze Runge, Ikonenmuseum Frankfurt und Rektor Dr. Stefan Scholz, Katholische Akademie Rabanus Maurus. Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen..