Vortrag in der Goethe Universität
Wie haben sich die nationalsozialistische Rassenideologie, die »Gleichschaltung« von Politik und Gesellschaft sowie der Zweite Weltkrieg auf staatliche, kommunale und kirchliche Archive und ihr Personal ausgewirkt? Am Beispiel der Situation in Niedersachsen wird gezeigt, dass der Einfluss einschneidend war und dass starke institutionelle und personelle Kontinuitäten im Archivwesen zwischen dem nationalsozialistischen Herrschaftssystem und der Nachkriegszeit bestanden. Gleichzeitig illustrieren die ausgewählten Beispiele strukturelle Unterschiede und individuelle Handlungsspielräume der Akteure.
Dr. Sabine Graf ist Präsidentin des Niedersächsischen Landesarchivs.
Dr. Julia Kahleyß ist Leiterin des Stadtarchivs Bremerhaven und Vorsitzende des Verbands der Archive in Niedersachsen und Bremen.
Der von Sabine Graf und Julia Kahleyß gemeinsam mit Henning Steinführer herausgegebene Sammelband Archive in Niedersachsen und der Nationalsozialismus Kontinuitäten und Brüche ist im Januar 2026 im Wallstein Verlag erschienen.
Ort: Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1 IG Farben-Haus, Raum IG 311
Erzählte Welt
Ein Vortrag von Steffen Martus (HU Berlin)
Ort: Campus Westend, IG Farben-Haus, IG 454 (Erdgeschoss)
Führung im Museum Angewandte Kunst Frankfurt
Standing ovations: Versammlung zu Ehren der Gottesmutter
Unter dem Motto Standing ovations: Versammlung zu Ehren der Gottesmutter lädt das Ikonenmuseum zu einem Abend ein, der Tradition neu erlebbar macht. Im Mittelpunkt steht eine Gottesmutterikone, die seit Jahrhunderten im Rampenlicht der Verehrung steht und bis heute umjubelt wird. Ihre zeitlose Ausstrahlung und Symbolkraft berühren Menschen bis heute. Gemeinsam entdecken die Besuchenden die Geschichten hinter der Ikone, die Teil der neuen Sonderausstellung Ikonen auf dem Weg. Schätze aus dem Bode-Museum Berlin ist.
Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.
Ort: Museum Angewandte Kunst
Vortrag im Historischen Museum Frankfurt
Queere Lebensrealitäten im Nationalsozialismus
Ein Vortrag von Jako Wende.
Während im Nationalsozialismus queere Infrastruktur systematisch zerstört wurde, gelang es Hella Knabe bis 1937, ihren Kund*innenkreis im gesamten Reichsgebiet zu beliefern. Jako Wende wird u.a. von zwei Frankfurter Kund*innen der selbsternannten „Helferin der Transvestiten“ erzählen. Diese Biografien geben Einblicke in bisher kaum beachtete queere Lebensrealitäten und Vorgänge im Nationalsozialismus. Eine Veranstaltung des Frankfurter Arbeitskreises Queere Stadtgeschichte, gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt, in Kooperation mit dem Historischen Museum Frankfurt.
Ort: Historisches Museum Frankfurt
Die meisten Deutschen, die damals für das NS-Regime waren, haben nach 1945 nie wieder über diese Zeit gesprochen. In fast allen deutschen Familien war das Thema tabu: Das Ungesagte. Der Film wählt einen psychologischen Ansatz, um herauszufinden, was diese Menschen damals genau dachten und fühlten - und wie sie heute ihre Beteiligung bzw. Involviertheit in das NS-Regime beurteilen. Die Aussagen sind schmerzhaft ehrlich, teils verstörend, aber auch berührend, dabei gleichermaßen geprägt von moralischem Zwiespalt, verdrängten Schuldgefühlen, Trauma und Trauer. Zudem erzählen auch jüdische Überlebende, und erhellen die bis heute verbliebenen blinden Flecken in der Perspektive der damaligen Mehrheitsgesellschaft. Die Verbindung beider Perspektiven eröffnet unerwartete, erschütternde Erkenntnisse.
Im Anschluss an die Vorstellung wird es ein Themengespräch mit dem Berliner Historiker Dr. Johannes Spohr statt. Er betreibt den Recherchedienst present past zum Nationalsozialismus in Familie und Gesellschaft (present-past.net) und bietet an Recherche-Hilfe zum Nationalsozialismus in der eigenen Familiengeschichte zu leisten.
Zum Film: Deutschland 2025; Regie: Patricia Hector, Lothar Herzo. Ab 12 Jahren | 142 Minuten
Ort: Cinéma Kino, Roßmarkt 7, FrankfurtEintritt: 12,00 Euro
Website der Arthouse Kinos Frankfurt und Website der Bildungsstätte Anne Frank