Filmaufführung und Filmgespräch im Deutschen Filminstitut & Filmmuseum
Originaltitel »Przepraszam, ze zyje« Regie: Andrzej Klamt, 81 Min., OmU
Der deutsch-polnische Dokumentarfilm von 2000 wurde 2025 im Rahmen des Förderprogramms Filmerbe aufwändig restauriert und digitalisiert.
In Auschwitz wurden nach Kriegsende 2.400 private Fotografien von Jüdinnen und Juden aus der polnischen Kleinstadt Bedzin gefunden. Nur wenige der abgebildeten Menschen haben den Holocaust überlebt. Zu ihnen gehören die vier Protagonisten, die in dem Dokumentarfilm von Andrzej Klamt zu Wort kommen. In ihren Erzählungen wird das Leben der Juden und ihrer polnischen Mitbürger in der Vorkriegszeit lebendig. Sie schildern das Einbrechen des nationalsozialistischen Terrors, die Verfolgung und die Auslöschung der gesamten jüdischen Bevölkerung der kleinen polnischen Stadt.
Andrzej Klamt und Ko-Autor Marek Pelc sind zu Gast.
Andrzej Klamt wurde 1964 in Bytom geboren, einer Stadt im oberschlesischen Industriegebiet mit überwiegend zweisprachiger Bevölkerung. im Alter von 15 Jahren siedelte er mit seiner Familie nach Deutschland über. Seit 1990 lebt und arbeitet Andrzej Klamt in Wiesbaden als freier Autor und Regisseur im Dokumentarfilmbereich.
Marek Pelc stammt aus Polen, lebte lange in Israel und seit 1982 in Frankfurt. Er studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik und arbeitete in den 1990er Jahren am Fritz Bauer Institut, heute ist er Übersetzer für Texte vom Hebräischen ins Deutsche. Gemeinsam erarbeiteten beide das Konzept zu dem Film.
Veranstalter: DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut
Ort: Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Schaumainkai 41, Frankfurt am Main
Website des Fritz-Bauer-Instituts und Website des Deutschen Filminstituts und Filmmuseums
Vortrag der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts
Ein Vortrag von Thomas Heide M.A., Dr. Katja Rösler und das Disiecta Membra-Team (Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Römisch-Germanische Kommission, Philipps-Universität Marburg)
Stein ist das älteste und am häufigsten vorkommende Material der Erde, womit es als allgegenwärtiger Bestandteil natürlicher, aber auch anthropogener Landschaften unseren Erfahrungshorizont beeinflusst und formt. Seit dem Altertum wird Stein hauptsächlich mit Alter, Dauerhaftigkeit, Stabilität, Beständigkeit, aber auch Reichtum, Zivilisation und Urbanität assoziiert. Diese kulturell vorgeprägte Wahrnehmung beeinflusste bislang auch die Erforschung römischer Steinarchitektur, wodurch das Material häufig nur unter sehr bestimmten Aspekten betrachtet wurde. In diesem Vortrag sollen althergebrachte Vorannahmen und Betrachtungsweisen dadurch aufgebrochen werden, dass Steinarchitektur auf ihre Veränderlichkeit hin untersucht wird. Denn römische Bauwerke aus Stein waren längst nicht so beständig wie oft angenommen. Vielmehr sind sie – wie das Ausgangsmaterial – Teil verschiedenster Transformationsprozesse. Dies zeigen wir anhand erster Erkenntnisse des Akademielangfristvorhabens „Disiecta Membra“ zu römischen Baugliedern und Steinarchitektur aus Mainz
Ort: Palmengartenstrasse 10–12, Frankfurt am Main, Bersu-Saal der RG statt.Eine Online-Teilnahme ist über folgenden Link möglich: https://dainst-org.zoom.us/j/93617220143
Nach Gründung des italienischen Königreichs 1861 sollten noch zehn Jahre vergehen, bis Rom mit einem Gesetz vom 3. Februar 1871 offiziell zur Hauptstadt des neuen Nationalstaats wurde. Der Historiker Dr. Jürgen Charnitzky zeichnet in einem Bildvortrag den konfliktreichen Weg bis zur Hauptstadtgründung nach und erläutert die politischen und urbanistischen Folgen für Rom, die das Gesicht der „ewigen Stadt“ grundlegend und nachhaltig verändert haben.
Dr. phil. Jürgen Charnitzky hat nach dem Studium der Anglistik und Geschichte in Heidelberg und London und nach einem längeren Rom-Aufenthalt als Stipendiat des Deutschen Historischen Instituts und der Studienstiftung 1992 an der Universität Heidelberg mit einer Dissertation über die Schulpolitik des faschistischen Regimes in Italien promoviert. Er war an den Universitäten Heidelberg, Mannheim und an der Università della Calabria als Dozent für neuere Geschichte tätig, hat in Deutschland und Italien als freier Publizist und Übersetzer gearbeitet und ist inzwischen im Ruhestand.
Ort: Deutsch-Italienische Vereinigung e.V., Arndtstraße 12, Frankfurt
Eintritt: € 10; reduzierter Preis für Mitglieder: € 8; Studierende frei
Anmeldung unter: div@div-web.de
Buchvorstellung und Podiumsgespräch im Historischen Museum Frankfurt
Wer waren die Germanen und was wissen wir heute jenseits von Mythen, Schulbuchbildern und politischen Vereinnahmungen über sie? Gab es die Germanen überhaupt oder handelt es sich um eine rückblickende Konstruktion aus römischen Quellen und moderner Forschung?
In seinem SPIEGEL Bestseller „Die wahre Geschichte der Germanen" räumt der Museumsleiter des Archäologischen Freilichtmuseums in Oerlinghausen, Dr. Karl Banghard mit hartnäckigen Mythen und ideologisch geprägten Zerrbildern auf, die das Bild der Germanen bis heute bestimmen. Statt eines homogenen „Volkes“ zeichnet er eine vielgestaltige Welt unterschiedlicher Gruppen und Kulturen, deren Lebensweisen sich über Jahrhunderte wandelten. Auf Basis aktueller Forschungsergebnisse aus der Archäologie und auf Grundlage naturwissenschaftlicher Analysen beschreibt Banghard Alltagsleben, Wirtschaft, Glaubensvorstellungen, Machtstrukturen und die vielfältigen Kontakte der Germanen zu ihren Nachbarn im Römischen Reich. Dabei macht er deutlich, wie eng regionale Entwicklungen, Migration, Handel und kultureller Austausch miteinander verflochten waren. Seite um Seite korrigiert Banghard in seinem Buch das nationalsozialistisch geprägte Bild der Germanen als heldenhafte Vorfahren der Deutschen.
Das anschließende Publikumsgespräch wird moderiert von Dr. Doreen Mölders, Direktorin des HMF.
Die Reihe „Geschichte Jetzt!“ ist eine Kooperation des Historischen Museums Frankfurt mit dem Historischen Seminar der Goethe-Universität, dem Archäologischen Museum Frankfurt und hr2- kultur sowie der FAZ als Medienpartner. Mit freundlicher Unterstützung der Freunde & Förderer des Historischen Museums.
Ort: Historisches Museum Frankfurt, Leopold-Sonnemann-Saal
Workshop in Kooperation mit der vhs Frankfurt. Mit Kulturvermittlerin Julia Albrecht
Wie und unter welchen Umständen gelangten Objekte in die Sammlung des Weltkulturen Museum? Wie war das zum Beispiel bei einem Zeremonialschild aus dem heutigen Kenia oder einem Kamm aus dem heutigen Kamerun? Wir setzen uns kritisch mit den Herkunfts- und Erwerbsgeschichten einzelner Objekte auseinander, die mit der Kolonialgeschichte verflochten sind. Wir diskutieren über Provenienz und Restitution und erarbeiten uns eine mögliche Haltung hierzu.
Für Jugendliche und Erwachsene
9€ pro Person, inkl. Eintritt
Anmeldung über die vhs: Kursnr. 0108-16
Ort: Weltkulturen Museum, Schaumainkai 29