Nicht die im Sold des britischen Königs kämpfenden Soldaten aus der Landgrafschaft Hessen-Kassel stehen im Mittelpunkt dieser Ausstellung, sondern die vielfältigen Aspekte eines transatlantischen Transfers in Kunst, Kultur, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft – und dies bereits für die Zeit vor dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Die vielfältigen Facetten dieser Beziehungen werden anhand von konkreten Beispielen – etwa Einzelpersönlichkeiten, Auswanderergruppen oder Firmen – anschaulich gemacht.
Ort: Karmeliterkloster, Dormitorium
Die Ausstellung hat täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.
Veranstalter: Institut für Stadtgeschichte/ Hessisches Institut für Landesgeschichte (Marburg) Partner bzw. Förderer des Projektes sind die Hessische Landeszentrale für politische Bildung, das Hessische Institut für Landesgeschichte (Marburg), der Kulturfonds Frankfurt RheinMain und der Hochtaunuskreis Bad Homburg.
Begleitprogramm zur aktuellen Ausstellung „Frankfurt went West“
Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Frankfurt zahlreiche amerikanische Klubs für Offiziere und Soldaten. Sie dienten der Erholung und der Freizeitgestaltung für die Angehörigen der Besatzungsmacht. Doch anders als vielleicht vermutet, blieb man dort nicht unter sich. Deutsche Angestellte, Musizierende und Gäste stießen hinzu. Die Historikerin Lena Rudeck beleuchtet im Vortrag die vielfältigen Akteurinnen und Akteure und kann anhand ausgewählter Beispiele – etwa dem Gesellschaftshaus im Palmengarten – zeigen, dass die Clubs Räume sozialer, kultureller und transatlantischer Begegnungen waren.
Referentin: Dr. Lena Rudeck, Bundesarchiv Berlin
Ort: Karmeliterkloster
Eintritt frei. Platzzahl begrenzt, bitte sichern Sie sich Ihren Platz durch rechtzeitiges Erscheinen.
Das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung präsentieren eine umfassende Ausstellung zur Figur der Maria Magdalena. Die Schau im Städel zeichnet nach, wie sich ihr Bild im Laufe der Jahrhunderte wandelte – von der Apostelin und treuen Anhängerin Jesu zur Sünderin und Büßerin, über die Heilige bis hin zur modernen, selbstbestimmten Frau als Identifikationsfigur.Ausgehend von zentralen Werken der Sammlungen des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung vereint die Ausstellung insgesamt über 100 hochkarätige Gemälde, Skulpturen und Grafiken vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Dazu gehören bedeutende Leihgaben aus internationalen Sammlungen, darunter fünf exzellente Werke aus der National Gallery in London sowie weitere aus der Berliner Gemäldegalerie, dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Louvre in Paris, den Vatikanischen Museen und der National Gallery of Art in Washington.
Gemeinsam ermöglichen die Werke der Ausstellung im Städel Museum einen umfassenden Blick auf die künstlerische und emotionale Bandbreite der Darstellungen Maria Magdalenas und verdeutlichen, wie jede Epoche ihre eigenen Fragen, Vorstellungen und Sehnsüchte in die Figur eingeschrieben hat.
Maria Magdalena fasziniert, weil sich an ihr die wechselnden Vorstellungen von Frauen, Glauben und Gesellschaft über Jahrhunderte hinweg besonders eindrücklich ablesen lassen. Ihre Geschichte ist deshalb immer auch eine Geschichte der Blicke auf sie.
80 Jahre nach Kriegsende präsentieren wir den Nachlass des Presse- und Sensationsfotografen Mickey Bohnacker, dessen Bilder aus nächster Nähe zahlreiche Facetten der Amerikanisierung Frankfurts zeigen.
Bohnacker bebilderte den Weg, der von politischer Ungewissheit zum demokratischen Parlamentarismus führte, von der Isolation Westdeutschlands in Europa zur Einbindung in ein westliches Bündnis, von einer Ruinenlandschaft zur modernen Metropole, von Not und Armut zum Wohlstand für Viele. Die Fotografien geben – alltägliche und auch humoristische – Einblicke in Politik, (Re-)Demokratisierung, Aufbau der Stadt, Wirtschaft, Kultur und Verkehr in den beiden ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg und lassen die Faszination des American Way of Life lebendig werden.
Die Aufnahmen stammen aus dem fotografischen Nachlass Bohnackers, der dem Institut 2016/17 übergeben und von Tobias Picard erschlossen wurde. Bohnacker war bereits als junger Mann für amerikanische Armeezeitungen tätig und begleitete unter anderem General Dwight D. Eisenhower.
Öffentliche Führungen durch die Sonderausstellung "Frankfurt went west. Mickey Bohnacker: Fotografien 1945-1965" mit den Kuratoren Dr. Michael Fleiter oder Tobias Picard M.A.
Ort: Karmeliterkloster, Dormitorium
Eintritt: 8 €, ermäßigt 4 €, Dauer: 60 Minuten
Themenführung im Historischen Museum Frankfurt
Anbiederung und Aufarbeitung: Frankfurt und der Nationalsozialismus
Schnell und gründlich hatte sich das zuvor so liberale und weltoffene Frankfurt unter seinem neuen Oberbürgermeister Friedrich Krebs der NS-Ideologie angeschlossen. Die Stadt sollte systematisch zu einer nationalsozialistischen Vorzeigestadt gemacht werden. Universitätsinstitute waren an der rassenideologischen Forschung sowie an der Umsetzung der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik beteiligt. Um den Ruf als "Stadt der Juden und Demokraten" abzuschütteln, wurde die NS-Politik gegenüber der jüdischen Einwohnerschaft mit besonderer Vehemenz vorangetrieben. In der Führung werden Exponate gezeigt, die an diese Zeit erinnern.Ort: Historisches Museum Frankfurt