Mär 26 2025
09:00

Gekauft, ersteigert und enteignet

Zur »Arisierung« von Immobilien im Nationalsozialismus in multilokaler Perspektive

Der eintägige Workshop am Fritz Bauer Institut will den in der historischen Forschung immer noch unterrepräsentierten Aspekt der »Entjudung des Grundbesitzes« im NS-Staat zentral behandeln. Das soll in einer städtevergleichenden Perspektive erfolgen. Erkenntnisleitend sind die Fragen, inwiefern in den einzelnen Städten jeweils Stadtverwaltung, Partei oder andere Interessenten den Immobilienbesitz von Jüdinnen und Juden schon seit 1933 in den Blick nahmen, wie dieser infolge der »Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens« vom 3. Dezember 1938 schließlich systematisch erfasst und (zwangs-)veräußert wurde und welche Folgen die großangelegten Deportationen bzw. insbesondere die 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom November 1941 in diesem Bereich hatten. Die Benennung von Zuständigkeiten, ihrer Interaktionen untereinander wie auch mit jüdischen Veräußerern und das Nachvollziehen des behördlichen Ablaufs der Immobilien-»Arisierung« sind ebenso wichtig wie die Annäherung an die Konsequenzen einerseits für die jüdischen Betroffenen und ihre Immobilien, andererseits für die jeweilige Stadt zusammen mit ihrer Stadtgesellschaft. Nicht zuletzt bietet der Workshop die Möglichkeit, Problematiken der Quellenlage und -interpretation offenzulegen und die Darstellung spezifischer Daten in Bezug auf das Thema Grundbesitz zu diskutieren.


Ort: Goethe-Universität  IG Farben-Haus, Raum 454 (Erdgeschoss)

Anmeldung zum Workshop bitte bis 21. März 2025 an: anmeldung@fritz-bauer-institut.de


Link zum Fritz-Bauer-Institut