Jun 11 2025
19:30

Stadtplanungsprogramm "Das neue Frankfurt" 1925

Katalogpräsentation Yes, we care. Das Neue Frankfurt und die Frage nach dem Gemeinwohl

Nach einer Begrüßung von Prof. Matthias Wagner K sprechen Grit Weber, Sandra Doeller, Jennifer Dyck, Prof. Gabu Heindl und Dr. Jutta Frieß über den neu erschienenen Katalog. Der Katalog beleuchtet Care-Arbeit gestern und heute: Welche Institutionen, Initiativen und Konzepte in Bildung, Haushalt, sozialer Fürsorge und Gesundheit gab es vor 100 Jahren und welche Auswirkungen hatten sie im Alltagsleben? Welche aktuellen Erfahrungen und globalen Herausforderungen gibt es für uns und wie lässt sich die momentane Care-Krise lösen? Erörtert werden Strategien der Gemeinwohlpflege, die Ausrichtung auf bestimmte Familienstrukturen und den Zugang zu sozialen Angeboten. Auch konfessionelle Initiativen der christlichen und jüdischen Gemeinschaften werden einbezogen. 

Katalog: Yes, we care. Das Neue Frankfurt und die Frage nach dem Gemeinwohl 

Hrsg.: Grit Weber, Matthias Wagner K 

Texte: Veronika Dume, Gabu Heindl, Stefan Schmidt, Joachim Scholz, Margarete Schütte-Lihotzky, Grit Weber, Marie-Noëlle Yazdanpanah 

Design: Bureau Sandra Doeller 

320 Seiten, Deutsch, ca. 150 s/w- und 50 Farbabbildungen, 16 × 24 cm, Softcover 

Verlag: Spector Books 

Preis: 32 Euro

100 Jahre Das Neue Frankfurt

Im Jahr 2025 feiert das Neue Frankfurt seinen 100. Geburtstag. Dies nimmt das Museum Angewandte Kunst als Anlass, jener Gestaltungsmoderne am Main aus den 1920er-Jahren nicht nur zahlreiche Ausstellungen auszurichten, sondern mit ihren vielfältigen Themenbereichen als Grundstein für das kulturelle Großprojekt World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 die Gegenwart und Zukunft des Gestaltens unserer Gesellschaften zu befragen. 

Wenn von einer Gestaltungsmoderne am Main die Rede ist, dann meint das jenen politischen, gesellschaftlichen und gestalterischen Umbruch nach dem Ersten Weltkrieg, für den der 1924 zum Frankfurter Oberbürgermeister gewählte Ludwig Landmann ein Jahr später den programmatischen Begriff Das Neue Frankfurt prägte. Zu diesem Neuen Frankfurt gehörte nicht nur ein Städte- und Wohnungsbauprogramm, sondern der universale Anspruch im Produkt-, Mode-, Interieur-, Industrie- und Kommunikationsdesign, in den angewandten und freien Künsten mit neuen Formen alle Bereiche des menschlichen Lebens zu erfassen und im Verbund mit einer forcierten Industrialisierung eine neue urbane Gesellschaft zu formen. Aus ihrer Gegenwart als Erfahrungsraum, und weniger aus der Vergangenheit, leiteten die Protagonistinnen und Protagonisten des Neuen Frankfurt das für die Moderne am Main so Spezifische ab: Gestaltung und soziales Engagement als Einheit. Ihnen ging es nicht um eine dogmatische Festlegung von Gestaltungsprinzipien, sondern vielmehr um die jeweils überzeugende Lösung, welche allein am jeweiligen Bedarf ausgerichtet ist.

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