Frankfurt POLY Lectures

WS 2021 / 2022

Revisiting Confessionality – Konfessionen auf dem Prüfstand

Der Begriff der Konfession ist in der Erforschung frühneuzeitlicher Christentümer fest verankert. Mag er umgangssprachlich sehr unspezifisch jedwede Untergruppierung einer Religion meinen, ist der Terminus Konfession in der geschichtswissenschaftlichen Literatur für jene mit der Reformation entstehenden christlichen Kirchentümer reserviert, die sich auf eine konkrete Bekenntnisschrift (die Confessio) beziehen, aber auch in Verfassung und Lebensformen spezifische Ausprägungen aufweisen. Dieses enge Begriffsverständnis mag naheliegen. Schließlich haben sich zunächst und vor allem die Kirchen der Reformation durch die Formulierung eines eigenen Bekenntnisses, einer Confessio (Confessio Augustana, Heidelberger Bekenntnis, Confessio Helvetica etc.), überhaupt erst konstituiert. Aus diesen Confessiones, d.h. aus bestimmten Bekenntnisschriften, sind im Europa der Frühen Neuzeit mit seiner spezifischen Verschränkung von Staatsgewalt und Kirchenherrschaft („cuius regio, eius religio“) die Konfessionskirchen geworden: in Dogma, Organisation und Praktiken distinkte Kirchentümer, die fest in die Strukturen territorialer Herrschaft eingebunden waren und – so wenigstens die Kernthese der Theorie der Konfessionalisierung – im Prozess ihrer eigenen Ausbildung auch die Verdichtung frühneuzeitlicher Staatlichkeit vorangebracht haben

Diese Rückbindung des Konfessionsbegriffs an ein schriftliches christliches Bekenntnis und an eine bestimmte Gesellschaftsformation kann erklären, warum der Konfessionsbegriff für vorreformatorische Epochen, außereuropäische Christentümer und nichtchristliche Religionen kaum Verwendung findet. Für die europäische Frühneuzeit scheint der Begriff der Konfession also geklärt, für andere Zeiten und Räume gilt er gerade deswegen als ungeeignet.

Dennoch könnte es sich lohnen, das Konzept der Konfessionen auf den Prüfstand zu stellen. Zum einen kann kein Zweifel daran bestehen, dass das Christentum in allen Phasen und Regionen eine Vielfalt an Strömungen aufwies, die mal als eigene Kirchen (z.B. Koptische Kirche), mal nach ihrer hierarchischen Verfassung etwa als Patriarchat, mal neutral als Denomination bezeichnet werden. Was diese Einheiten jeweils konstituierte, wie die Akteure selbst Grenzen zogen und Zugehörigkeit begriffen, welche Rolle hierbei Bekenntnisschriften, aber auch andere Faktoren spielten, wie sich diese religiösen Gruppenbildungen in der historischen Rückschau rekonstruieren und wie sie sich terminologisch auf den Begriff bringen lassen, soll im Rahmen der Vorlesungsreihe anhand verschiedener Konstellationen aus dem Feld der mittelalterlichen und außereuropäischen Geschichte diskutiert werden. Zu fragen wird dabei auch sein, ob sich der Konfessionsbegriff vielleicht doch schon vor oder jenseits der Reformation sinnvoll anwenden lässt. Vor allem aber ist zu klären, welche Alternativen zum Konfessionsbegriff jeweils benutzt werden und welche Implikationen diese Begriffe für die Erforschung vormoderner Christentümer haben.

Zum anderen erhebt sich auch bei den Konfessionen der Frühen Neuzeit die grundlegende Frage, inwieweit diese Kategorien die religiöse Identität frühneuzeitlicher Akteure tatsächlich erfassen. Handelt es sich bei den Konfessionen also um Grenzziehungen, die auch die Zeitgenossen geteilt hätten, oder haben wir es mit nachträglich gezimmerten Containern zu tun, in die spätere Betrachter die Menschen des frühneuzeitlichen Europa einsortierten? Zu klären wird also sein, wie die Akteure im sogenannten konfessionellen Zeitalter ihre religiöse Identität begriffen. Woran machten sie die Zugehörigkeit zu einer Konfession fest? Mit welchen Praktiken stellten sie diese Zugehörigkeit oder Konfessionalität her und dar? Welche Rolle spielte dabei die Confessio, welche Bedeutung kam anderen Faktoren zu? Welche sozialen Folgen hatte der Ein- bzw. Ausschluss aus der konfessionellen Gruppe? Und wie steht es mit religiösen Gruppenbildungen innerhalb oder quer zu den Konfessionen?

Insgesamt möchte die Vortragsreihe auf der terminologischen Ebene den Begriff der Konfessionen und seine Implikationen für die historische Forschung präziser bestimmen sowie mögliche konzeptionelle Alternativen und deren Folgen beleuchten. Zugleich soll es in der kritischen Auseinandersetzung mit den eingeführten Begriffen gelingen, das Phänomen religiöser Gruppenbildung aus der Sicht der historischen Akteure zu rekonstruieren. Um auch etablierte Vorannahmen auf den Prüfstand zu stellen, geht die Vorlesungsreihe von einigen sehr offenen Ausgangsfragen aus: Wie – und von wem – wurden christliche Gemeinschaften identifiziert, definiert und abgegrenzt? Welche Rolle spielten hierbei Dogma und Praktiken, Hierarchien und Verfahren, Texte und Objekte? Wie behandelten die historischen Akteure die Zugehörigkeit zu einer Konfession oder religiösen Gruppe in ihren Selbst- und Fremdbeschreibungen? Wie veränderte sich die Sicht späterer Betrachter auf Konfession und Konfessionalität? Und welchen Nutzen haben diese Begriffe für die Erforschung vormoderner Christentümer?

Flyer

​Sergio La Porta (Fresno), “Better to go to hell with our Fathers than to heaven with the Romans” – Confessionalism and Contested Identities in Medieval Armenia, 2 November 2021, 6 pm – 8 pm, online event

Although the process of confessionalization is often considered a western phenomenon intrinsically linked to the Reformation and the process of nation state building in the early modern period, it was not unknown among the Oriental Orthodox Churches of pre-modernity. The emergence of a confessional identity for the Armenian Apostolic Church may provide the best such example as it has led scholars to declare it a “national church" whose boundaries were fixed during the incorporation of Armenia within the Islamic Caliphate. This talk will discuss, and challenge, some of the factors that led to the formation of Armenian Christian confessional identities, and will highlight the role of Armenian interaction with the Roman Catholic Church in the evolving and fluid process of confessionalization. It will further examine the tensions that emerged between confessionalization and state building with the founding of the Kingdom of Cilicia. Finally, it will argue that while “confessional identity" was important particularly among the ecclesiastical hierarchy, that identity was not monolithic or static, nor did it necessarily encompass the majority of “Armenian believers". Confessional identity, then, is better conceived of in the plural, “confessional identities," whose definition was contested.



​Dorothea Weltecke (Berlin), Die erste Konfessionalisierung – Kirchen und Konfessionen im Mittelalter, 16th November 2021,  6 pm – 8 pm, online event

Konzepte der Konfessionalisierung gehen aus romzentrischen und eurozentrischen Geschichtsmodellen hervor, wie sie sich seit dem Ende des oströmischen Reiches im Jahr 1453 allmählich in den Regionen der lateinischen Tradition gebildet haben. Das seit dieser Zeit entstehende Narrativ rückte die weströmische, lateinische Kirche allein ins Zentrum und blendete alle anderen Kirchen aus. So erscheint die Konfessionalisierung des 16. Jahrhundert als das Ende einer Einheit. Der Mythos der Einheit wird von Mediävistinnen und Mediävisten schon länger kritisiert. Bisher ist es dennoch nicht gelungen, die Kirchen in Kaukasus, Afrika und Asien in einem neuen historischen Modell zu integrieren. Dieser Vortrag möchte sich in die Diskussion einbringen, indem er einmal mehr auf die Vielfalt der Kirchen im Mittelalter aufmerksam macht. Er führt in das polyzentrische System der mittelalterlichen Kirchen ein und fragt nach der Rolle des Bekenntnisses und der weltlichen Herrschaft. Am Beispiel der syrisch-orthodoxen Kirche im ersten Zeitalter der ökumenischen Bewegung (11. – 13. Jahrhundert) wird das Bekenntnis mit anderen Identitätskonzepten in Beziehung gesetzt, um es weiter zu gewichten.



Dietmar Winkler (Salzburg), Pluralismus versus Konfessionalismus – Christentum an der Seidenstraße, 30th November 2021,  6 pm – 8 pm, online event

Konfessionalismus ist ein europäisches Konzept, das für die Kirchengeschichtsschreibung ab der frühen Neuzeit relevant ist. Dies wird weder einer globalen Kirchengeschichtsschreibung gerecht, noch dem Pluralismus des Christentums, das sich von Anfang an in verschiedenste Kontexten inkulturierte und von Jerusalem und Antiochien ausgehend nach Ost und West ausbreitete. So erreichte das Christentum syro-aramäischer Prägung bereits im siebten Jahrhundert den chinesischen Kaiserhof der Tang-Dynastie. Diese „Kirche des Ostens“ war zur Zeit der mongolischen Yüang-Dynastie (13./14. Jh.) die geographisch größte Kirche der Christenheit mit Gemeinden entlang der Seidenstraße von Mesopotamien über Zentralasien bis Indien und China. Es ist dies ein Christentum, das sich unabhängig von europäischer westlich-missionarischer Expansion ausbreitete und eine Identifizierung von christlichem Glauben mit eurozentrischem Denken nicht zulässt. Es entwickelte sich jenseits der westlich lateinischen und der orthodoxen byzantinischen Welt.


Rudolf Schlögl (Konstanz), Konfessionelle Differenzierung und die Gutenbergrevolution,14th December 2021, 6 pm – 8 pm

Auch wenn man das Konzept der Konfessionalisierung für problematisch hält, muss man sich mit dem Umstand auseinandersetzen, dass die drei Großkonfessionen sich offensichtlich unterschiedlich zur Gutenbergrevolution verhielten. Der Vortrag soll die drei Varianten idealtypisch charakterisieren und so einen Vorschlag formulieren, wie man Konfessionalisierung auch ohne den direkten Bezug auf den Prozess der Staatsbildung begreifen kann.


Markus Friedrich (Hamburg), Interkonfessionalität – Neue Zugänge zur Erforschung der gespaltenen Christenheit, 11th January 2022, 6 pm – 8 pm

Unter dem Stichwort „Interkonfessionalität“ wird der Vortrag Phänomene des positiven Austausches und der Kooperation zwischen Mitgliedern verschiedener Konfessionsgruppen in den Blick nehmen. Er wird zeigen, dass die Grenzen zwischen den Konfessionen und ihren Praktiken, Wissensbeständen und Sprechweisen keineswegs immer so klar sind, wie das einfache konfessionalisierungstheoretische Konzepte vermuten lassen. Es wird sich insbesondere zeigen, dass die Performanz von konfessionellen Antagonismen eine höchst situative Angelegenheit war, deren Auftreten und Gestalt keineswegs leicht vorherzusagen war. Statt konfessionelle Konflikte umstandslos als „Normalfall“ zu betrachten, kann eine solche Perspektive darauf verweisen, dass das ihr Ausbrechen und die antagonistische Aufladung bestimmter Symbole, Worte und Ideen häufig stark kontextgebunden erfolgte. Mit Hilfe des Konzepts von „Interkonfessionalität“ soll deshalb betont werden, dass kooperative Austauschprozesse zwischen den Konfessionen keinesfalls lediglich als Ausnahmen von einer auf Konflikt zielenden Normalstruktur des vormodernen Christentums gesehen werden sollten.


Xenia von Tippelskirch (Tübingen), Zwischen "Hertzens-Glaube" und "Hirn-Glaube" – Zur Verflüssigung des Konfessionsparadigmas, 25th January 2022, 6 pm – 8 pm

Vor dem Hintergrund neuerer Forschungen zu religiösem Dissens untersucht der Vortrag historische Akteure im frühneuzeitlichen Europa, die sich dem ordnenden Zugriff territorial verankerter Kirchentümer entzogen. Wenig scheint gewonnen, wenn man von Sekten oder Devianz spricht, handelte es sich doch um von ihrer eigenen Rechtgläubigkeit überzeugte Menschen, die gemeinschaftlich an christliche Traditionen anknüpften. Glaubenspraktiken und Mechanismen sozialer Verortung spielten dabei ineinander – und dennoch ließen und lassen sie sich nicht (ausschließlich) einer der sogenannten Konfessionskirchen zuordnen. Zuweilen bemühten sie sich sogar angelegentlich, die Spaltung des Christentums zu überwinden.

Der differenzierende Blick auf die Bedeutung von vielfältigen Unterscheidungspraktiken im religiösen Feld und auf mögliche Ambiguitäten scheint geradezu nötig, um ideologische Engführungen nationaler und konfessioneller Historiographien zu überwinden. Die Historisierung von Zuschreibungsprozessen ermöglicht es, die ursprüngliche Offenheit historischer Situationen zu rekonstruieren. Auch lassen sich in dieser Re-Lektüre gängige Säkularisierungsnarrative hinterfragen.



Stanislau Paulau (Mainz), Erfindung einer außereuropäischen Konfession – Konstruktionen des äthiopisch-orthodoxen Christentums im frühneuzeitlichen Protestantismus, 8th February 2022, 6 pm – 8 pm

Die durch die Reformation angestoßene konfessionelle Differenzierung führte eine nachhaltige Transformation des abendländischen Christentums herbei. Die Prozesse der Verhältnisbestimmung zwischen den sich herausbildenden Konfessionen prägten jedoch nicht nur die religiöse Landschaft Europas. Vielmehr bedingten sie entscheidend auch die Wahrnehmung der außereuropäischen Christentümern und wirkten auf diese Weise auf die Dynamik globaler Interaktionen in der Frühen Neuzeit ein. Der Vortrag möchte diese Vorgänge anhand eines konkreten Beispiels exemplarisch beleuchten. Im Mittelpunkt steht dabei die protestantische Wissensproduktion in Bezug auf die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche, eine bereits seit der Spätantike in Subsahara-Afrika verwurzelte Christentumsvariante. Es soll vor allem gezeigt werden, wie protestantische Akteure durch kontextuelle Anpassung, Umformung und Modifikation des äthiopischen Wissens zur Erfindung des äthiopischen-orthodoxen Christentums als einer frühneuzeitlichen „Konfession“ beigetragen haben. Dieses Phänomen soll sodann unter Einbeziehung von äthiopischen und binneneuropäischen theologischen Diskursen näher analysiert werden.

SS 2021

Pathways through Early Modern Christianities

Between April and June 2021, the Frankfurt Lectures on Pathways through Early Modern Christianities will virtually bring together a global community of scholars and students to discuss the fascinating nature of early modern religious life. This year' s lectures will focus on the analytical keys that structure this field: from tolerance to generations, uniformity to publicity. 10 pathbreaking scholars will reflect on a single concept that they have developed, fine-tuned, or embraced in their scholarship. Together, these lectures will help us reflect on how much we have now learned about early modern Christianities in their interconnected global context-and what exciting new travels could lie ahead.

Flyer

20 April 2021, 6 – 8 pm

Eugenio Menegon (Boston): Local Religion in China, 20 April 2021, 6 – 8 pm

The notion of "local religion" as a specific academic concept in English found one of its earliest and most articulate expressions in William Christian's 1981 book Local Religion in Sixteenth Century Spain. Christian's work drew on his own sociological and anthropological research in the Iberian countryside during the late 1960s and early 1970s, but his thinking was also nourished by his reading of European scholarship. He found that it was often in the countryside that traditional religious ideas and practices from the medieval and early modern periods survived the longest. In Christian's wake, scholars have increasingly focused their attention on the social and ritual life of Christian communities across the globe. What was true for post-war Spain also applies to modern China. This talk offers an assessment of recent work on Christianity as a "local religion" in late imperial China (1550-1850 ).



27 April 2021, 6 – 8 pm

​ Birgit Emich (Frankfurt): Uniformity and the early modern Papacy,  27 April 2021, 6 – 8 pm

At first glance, investigating the uniformity of churches and religious groups seems like a dead-end, rather than a „Pathway Through Early Modern Christianities." Recent scholarship has revealed, after all, that concepts like polycentricity and plurality are better tools for navigating early modern religious landscapes than unity and uniformity. Yet is uniformity simply the opposite of polycentricity and plurality, or is it a richer concept? This talk distinguishes, first, between formal-institutional centrality and functional-substantive homogeneity. The Tridentine Reforms offer a valuable case study for understanding the complex and even dialectical relationship between both dimensions of uniformity. That Roman bureaucracy in many respects generally forwent homogenisation does not present a conclusive argument against uniformity. To the contrary, the centrality of the early modern papacy depended on it.


04 May 2021, 6 – 8 pm

Christian Windler (Bern): Polycentricity in global Catholicism, 04 May 2021, 6 – 8 pm

„Es genügt zu sagen, dass unsere Patres von der Mogulmission ohne die Herren Engländer nicht bestehen könnten, wegen der großen Verfolgungen, die wir seitens der Patres der Gesellschaft [Jesu], unseren verschworenen Feinden, wegen des Hirngespinstes des Patronates des Königs von Portugal erleiden." Ausgehend von solchen Aussagen von Missionaren, die von Rom aus in Konkurrenz zum portugiesischen Padroado nach Asien entsandt wurden, soll im geplanten Vortrag Polyzentrik im globalen Katholizismus akteurszentriert thematisiert werden. Der Umstand, dass Mission als globale Aufgabe des frühneuzeitlichen Papsttums zu grossen Teilen eine barocke Legitimationsfassade blieb, hatte zur Folge, dass die „päpstlichen" Missionare vor Ort weitgehend auf sich selbst gestellt waren. In Asien waren sie wegen des scharfen Gegensatzes zum portugiesischen Padroado zumindest zeitweise auf „gute Korrespondenz" mit protestantischen Kaufleuten und Schiffskapitänen englischer Herkunft angewiesen und zum Teil dauerhaft unter englischer Protektion tätig. Ähnliches wie für die Missionare von Propagandafide galt im 17. Jahrhundert für Ordensgeistliche und Weltpriester, die mit einem Auftrag der französischen Krone unterwegs waren. In den englischen Faktoreien entstand aus den Wechselwirkungen zwischen den globalen Ansprüchen der portugiesischen, römischen und französischen Katholizismen, den Missionaren und katholischen Laien vor Ort sowie der East India Company ein spezifischer „Company-Katholizismus".


11 May 2021, 6 – 8 pm

​ Simon Ditchfield (York): Appropriation in Tridentine Catholicism, 11 May 2021, 6 – 8 pm

Of all the keywords explored by this lecture series, "appropriation" is undoubtedly the one most in need of rehabilitation. In a bid to create an explanatory framework for religious change which is fully alive to dynamics of reciprocity within inequality, I draw on art historian Michael Baxandall's "excursus against influence" as well as the observation made by William B. Taylor, a historian of colonial Mexico, that change is not typically imposed or resisted by a single person or group. The cult of saints, their relics, and their representation in both art and hagiography will form the point of departure for this lecture, which explores how Tridentine Catholicism came to be translated globally.


Jean-Pascal Gay (Louvain): Publicity in French Catholicism, 18 May 2021, 6 – 8 pm

Recent scholarship on intra-Catholic controversies in the early modern period has turned from intellectual history towards social and cultural approaches. Yet while the Habermasian notion of Öffentlichkeit fails to capture the specificity of early modern religious controversies, finding a new analytical framework for understanding the nature of publicity remains difficult. In this talk, building on the work of Michel de Certeau and Christian J ouhaud, I will argue that we can better explain the shifting sands of Catholic controversy by treating publication as action. This approach promises to reveal more clearly the processes of politicization (even ideologization) that shaped early modern Catholic confessional cultures-while also connecting cultural and religious histories. Illuminating the ways in which particular regimes of publicity formed and were formed, in turn, by a range of ecclesial communities, treating publication as action offers scholars new ways of understanding Catholic plurality over time and space.



John-Paul Ghobrial (Oxford): Connected Histories in Eastern Christianities, 1 June 2021, 6 – 8 pm

The study of Eastern Christianity has recently become a methodological laboratory for a family of approaches known collectively as "connected history." This term has been taken up especially by scholars interested in understanding how processes of religious change defied geographical and linguistic boundaries in the Christian East. Counterintuitively, a field rooted in ecclesiastical history and philology is now a site for some of the most exciting and fashionable innovations in religious history. And yet for many years, when faced with the plurality and diversity of Eastern Christianity, specialists have often found themselves practicing "connected history" avant la lettre. This lecture explores why this should be the case: Why is connected history so well suited to making sense of the beliefs and practices of Middle Eastern Christianity? Answering this question, I will focus on current approaches to Catholic conversion in the Ottoman Empire as well as the place of Eastern Christianity in wider narratives of conf essional change in the early modern world.


​Judith Pollmann (Leiden): Identity in the two Netherlands after the Revolt, 8 June 2021, 6 – 8 pm

The term "identity" first took the stage in Reformation studies with the publication of Young Man Luther (1958), in which psychologist Erik Erikson framed the reformer's life and work in terms of identity crises. By the early 1970s, however, the concept had acquired such a wide range of meanings and connotations that many historians grew wary of using it. This lecture explores how constructivism helped "identity" regain its usefulness for the study of religious history. Beginning in the 1980s, scholars started to wonder how long it might have taken for ordinary people to identify with confessional categories-generating new approaches to the role of lay believers in processes of religious change. We will consider how and why this new work was particularly useful for the histories of France and the Low Countries, before finally considering what the concept of "identity" might yet achieve.


Stuart Schwartz (Yale): Tolerance in the Iberian Atlantic, 15 June 2021, 6 – 8 pm,

In recent years, scholars have questioned two traditional assumptions about toleration in early modern Europe. First, that Spain and Portugal (and their empires) are relevant to this topic only as models of persecuting societies in which religious intolerance led to decline. Second, that the history of religious toleration is primarily a field of intellectual history in which philosophers like Spinoza, Locke, and Voltaire changed how Europeans thought about freedom of conscience. My 2009 book All Can Be Saved challenged both assumptions by demonstrating the extent to which ordinary people in Iberia and its empires doubted the exclusive validity of the Church, and were therefore willing to accept religious tolerance. In this lecture, I will summarize that evidence of popular resistance to the concept of nulla salus extra ecclesiam and respond to criticisms of my "controversial" approach to a social history of religious tolerance using Inquisition records. This talk will also use several case studies to raise questions about the "popular" or "learned" origins of ideas about religious toleration.


22 June 2021, 10 – 12 am

Ines Županov (Paris): Accomodation in Indian Christianities, 22 June 2021, 10 – 12 am

Accommodation is one of the oldest concepts employed in the context of religious encounters. In recent historiography, it has been discussed as hermeneutic, as rhetorical and cultural/missionary reflection, and as praxis. In Christianity, accommodation is both symptom and result of cultural, social, and political diversity. Accordingly, it has been subject to internal disputes that even led to the redrawing of denominational boundaries. In this lecture, I will focus on the ways in which early modern Catholic missionaries (especially Jesuit missionaries in Asia) responded to a plethora of particular non-Christian religious practices with the universalizing drive of accommodation as a proselytizing strategy. In the process, they historicized the religious facts they encountered and contained them within Christian teleology as well as their expansionary political imaginations. I will argue that that this universalizing missionary use of accommodation produced fertile ground for the emergence of plural forms of Christianity.


29 June 2021, 6 – 8 pm, Alexandra Walsham (Cambridge)

Alexandra Walsham (Cambridge): ​  Generation on the British Isles, 29 June 2021, 6 – 8 pm

In the sixteenth and seventeenth centuries, "generation" was a concept with many meanings rooted in Scripture: a moment of origin and birth, a body of descendants, a group of coevals, or the time period needed for children to grow up, become adults, and have offspring of their own. Yet, despite its pervasive presence in contemporary discourse, historians have been slow to recognise the potential of the concept of 'generation' as a key to understanding the evolution, fragmentation and pluralisation of Christianity in the early modern world. This lecture explores the value of this term for investigating the Protestant and Catholic Reformations in England, c. 1500-1700. After all, these were movements that did not merely extend across multiple generations-they were also transformed by them. By approaching the historical generation as both biological unit and social cohort, I aim to shed fresh light on the nexus of theology and lived experience and on intersections between families of faith and families of blood. Located in the present yet oriented towards past and future, generations served as both artefacts of memory and vehicles for eschatological thought and action. Today, they may help us explain religious change while escaping the trap of teleology as well as the genealogical paradigms that have long dominated the writing of religious history.

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Prof. Dr. Birgit Emich
Historisches Seminar
Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit
Goethe-Universität
Norbert-Wollheim-Platz 1
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Tel.: +49-(0) 69/798-32594
E-Mail: emich[at]em.uni-frankfurt.de

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Claudia Pätzold
Historisches Seminar
Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit
Goethe-Universität Frankfurt am Main
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Norbert-Wollheim-Platz 1
D-60629 Frankfurt am Main
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