Erstmals zeigt das Museum Angewandte Kunst in der Ausstellung Text & Spirit seinen vollständigen Bestand spätmittelalterlicher illuminierter Handschriften. Es handelt sich dabei um Bücher und Fragmente mit feinster Buchmalerei und dekorativer Ausstattung aus Gold, Lapislazuli oder Purpur. Mit der Ausstellung Text & Spirit werden die Handschriften in ihrer christlichen Erleuchtungsästhetik aus Schrift, Malerei sowie kostbarem Materialaufwand aus Pergament und Gold im Original vorgestellt. Begleitende Fragestellungen zu Alltagsritualen, Wertmaßstäben, Mode, Kunst, Restaurierung oder Religion setzen eine Auseinandersetzung mit diesen Buchwerken und ihrer Epoche frei. Die Handschriften wurden in Gänze gescannt, mit dem Ziel, sie in Gestalt von Büchern und Buchfragmenten (cuttings) auf einer digitalen Museumsplattform öffentlich verfügbar zu machen. Die Ausstellung ist für eine spätere selbständige Beschäftigung mit dem Thema entlang der Digitalisate mit begleitenden Videointerviews und vertiefendem Literaturangebot angelegt. Sie ist der Anlass, diesen wichtigen Museumsbestand der Öffentlichkeit zum Kennenlernen und zum Forschen zu übergeben.
Der Experte für Kunst und Buch Dr. Stefan Soltek führt durch die Ausstellung Text & Spirit. Erleuchtungsgrafik. Mittelalterliche Handschriften zwischen Alltagspraxis, Luxus und Glaube.
Ohne Anmeldung. Im Eintrittspreis inbegriffen.
Bild: LM 48, Stundenbuch © Museum Angewandte Kunst, Text von der Website des Museums Angewandte Kunst
„Nachts brannte das Theater ab.“ Knapp notiert Goethe im Tagebuch am 21. März die Zerstörung seiner langjährigen Wirkungsstätte. Vom Hoftheater bleiben nur Trümmer, in denen Eckermann angebrannte Stück einer geschriebenen Rolle aufsammelt: „Es waren Stellen aus Goethes Tasso.“ Goethe zieht sich zurück und stürzt sich in die Arbeit. Mit Eckermann spricht er über seine Theaterpraxis, er entwirft schon mit dem Architekten Coudray Pläne für den Wiederaufbau. Seit Februar sitzt er am „Helden- und Gespensterspuk“ von „Helena im Mittelalter“, der im Jahr 1800 unterbrochenen Arbeit am zweiten Teil des ‚Faust'. Ausgreifende Lektüren zum nachantiken Griechenland und dem aktuellen Befreiungskrieg begleiten die Arbeit. Immer dabei: Lord Byrons Schatten. Das autobiographische Sortieren, Abschreiben und Mundieren geht dabei weiter. „Man sagt sich oft im Leben, daß man die Vielgeschäftigkeit, die Polypragmosyne, vermeiden, besonders, je älter man wird, sich desto weniger in ein neues Geschäft einlassen solle“, sagt eine neue Maxime für ‚Kunst und Alterthum'. „Aber man hat gut reden, gut sich und anderen raten. Älterwerden heißt selbst ein neues Geschäft antreten.“ Die Interessen bleiben weit: Pläne, mit dem Panama-Kanal die Weltmeere zu verbinden, beschäftigen Goethe. Und im November wollen turbulente Jubelfeiern überstanden sein: Goethes 25. Dienstjubiläum in Weimar – zusammen mit dem Großherzog.
Gespräch mit Anne Bohnenkamp, Ernst Osterkamp und Gustav Seibt
Ort: Arkadensaal, Eingang: Großer Hirschgraben 23-25
Eintritt: 10 € / 5 € für Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts
Keine Epoche der deutschen Geschichte ist so gut aufgearbeitet wie das „Dritte Reich“, kein historisches Thema war öfter Gegenstand von Fach- und Sachbüchern, Belletristik, Filmen oder Fernsehserien. Dass aber längst noch nicht alles erforscht ist und neue Formate der Vermittlung auch einen neuen Blick auf die NS-Zeit und ihre Nachwirkungen ermöglichen, zeigt in beeindruckender Weise das Buch „Oberbrechen. A German Village Confronts Its Nazi Past“.
„Oberbrechen“ untersucht im Comic-Format die Komplexität der Beziehungen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Mitgliedern des gleichnamigen Dorfs in Hessen. Als Graphic History konzipiert, lotet es den Mikrokosmos einer Dorfgesellschaft aus und zeigt, wie die „eigene“ Gewaltgeschichte während des Nationalsozialismus verhandelt und wie die Menschen vor Ort mit der allgegenwärtigen und dennoch meist unausgesprochenen Präsenz der Shoah umgingen. Im Zentrum steht dabei die Frage, die sich anhand des Dorfs Oberbrechen paradigmatisch auch für viele andere Orte in Deutschland stellt: Wie wirkte sich die unterschiedliche Beteiligung an anti-jüdischer Ausgrenzung und damit die unterschiedliche lokale Gewalterfahrung auf die Wiederbegegnungen nach 1945 zwischen Vertriebenen und Gebliebenen sowie ihren Angehörigen aus? Darüber diskutieren die Autorinnen Stefanie Fischer und Kim Wünschmann mit Andreas Platthaus (FAZ).
Ort: IG 411
The Use ans Misuse of Haereticus and Haeresis in the Grand Duchy of Lithuania Before the Reformation
Ein Vortrag von Aliaksandra Valodzina (Greifswald/Rostock)
Das Kolloquium findet dienstags vom 22. April 2025 bis 22. Juli 2025 zwischen 18:15-19:45 Uhr im IG-Farben-Haus am Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt am Main im Raum IG 3.401 statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, teilzunehmen und mitzudiskutieren.Der Vortrag findet abweichend in IG 0.254 statt.
Das Programm des Kolloquiums als PDF
Die Berufung Luthers auf das Evangelium als Glaubensgrundlage bot den unteren Bevölkerungs- schichten eine Legitimationsgrundlage für ihre Beschwerden und Forderungen an ihre Obrigkeiten. Im Zuge des Bauernkrieges kam es auch in Städten zu Erhebungen von Handwerkern und Angehörigen sozialer Unterschichten. Die Frankfurter 46 Artikel von 1525 wurden rasch durch mehrere Drucke verbreitet und dienten Aufständischen in anderen Städten als Vorlage für ihre eigenen Forderungskataloge.
Referent: Dr. Michael Matthäus, ISG
Ort: Karmeliterkloster Veranstalter: Institut für Stadtgeschichte
Eintritt: 6 €, ermäßigt 3 €
Anmeldung möglich unter https://pretix.eu/isgfrankfurt/; Besuch auch ohne Reservierung möglich.