20. Oktober 2026 bis 9. Februar 2027
dienstags, 12:00–14:00 Uhr, IG 0.254
Dass die strafrechtliche Ahndung der nationalsozialistischen Verbrechen in der Bundesrepublik nach einer langen Zeit des Ahndungsstillstands in den 1950er und 1960er Jahren endlich Fahrt aufnahm, ist Fritz Bauer zu verdanken. Er initiierte den ersten Auschwitz-Prozess, ihm war auch der entscheidende Hinweis zu verdanken, dass Adolf Eichmann in Argentinien festgenommen und in Jerusalem vor Gericht gestellt werden konnte. Im Seminar geht es darum, der Rolle des hessischen Generalstaatsanwalts im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen und (rechts-)politischen Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen in Deutschland nachzugehen. Justizielle Ermittlungen und Gerichtsprozesse werden aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive ebenso untersucht wie zeitgenössische Debatten. Der Blick richtet sich zudem auf die öffentliche Erinnerung an Fritz Bauer, die seit einigen Jahren regelrecht boomt, wie Filme, Ausstellungen und Bücher zeigen.
Die Anmeldung ist vom 1. August bis zum 7. Oktober 2026 über OLAT möglich: https://olat-ce.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/RepositoryEntry/27976335360/CourseNode/1779852130662342006 Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 25 begrenzt. Eine Warteliste ist eingerichtet. Anmeldungen nach dem 7. Oktober 2026 sind möglich per E-Mail an sekretariat.steinbacher@fritz-bauer-institut.de
20. Oktober 2026 bis 9. Februar 2027
dienstags, 18:00–20:00 Uhr, IG 454
Im Forschungskolloquium werden laufende Untersuchungen und jüngst abgeschlossene Studien zur Geschichte und Wirkung des Holocaust vorgestellt und diskutiert. Es richtet sich an fortgeschrittene Studierende der Geschichte, an Examenskandidaten und -kandidatinnen, Promovierende, Habilitierende und wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Fachbereich Geschichte.
21. Oktober 2026 bis 10. Februar 2027
mittwochs, 14:00–16:00 Uhr, IG 0.457
Die Begriffe »Holocaust« und »Shoah« sind in Deutschland durch zwei Filmwerke popularisiert worden und in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen. Studien belegen, dass fiktionale Spielfilme und Dokumentationen heute in erheblichem Maße als Medium historischen Lernens dienen, dies dürfte auch in früherer Zeit der Fall gewesen sein. Doch welche Filme gab es in den ersten Jahrzehnten nach 1945, die den Deutschen über den Massenmord an den Jüdinnen und Juden Europas erzählten? Welche Aspekte wurden zu welcher Zeit betont und welche Formen der filmischen Umsetzung wurden gewählt? In welchen Zusammenhängen entstanden diese Filme und auf welche Reaktionen trafen sie? Gegenstand dieser Übung sind ausgewählte Filmwerke von Todesmühlen (1945) bis Shoah (1985), die nicht aus filmwissenschaftlicher, sondern aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive betrachtet und analysiert werden sollen.
Die Anmeldung ist vom 1. August bis zum 7. Oktober 2026 über OLAT möglich: https://olat-ce.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/RepositoryEntry/27847622659/CourseNode/1718592156878450007
Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 25 begrenzt. Eine Warteliste ist eingerichtet. Anmeldungen nach dem 7. Oktober 2026 sind möglich per E-Mail an freimueller@em.uni-frankfurt.de
21. Oktober 2026 bis 10. Februar 2027
mittwochs, 14:00–16:00 Uhr, SH 1.105
Im deutschen-sowjetischen Krieg 1941–1945 gerieten bis zu 5,7 Millionen Soldaten der Roten Armee in deutsche Gefangenschaft, die meisten von ihnen in den ersten beiden Jahres Krieges. Die Rote Armee wiederum nahm etwa drei Millionen Wehrmachtsoldaten gefangen, vor allem ab 1943. Die Kriegsgefangenen im Deutschen Reich und in der Sowjetunion gerieten in das Räderwerk eines entgrenzten Weltanschauungskrieges. »Kriegsgefangenschaft« ist in Deutschland wie auch in Russland bis heute ein Synonym für »Lager«, »Zwangsarbeit« und »Massensterben«: Von den sowjetischen Kriegsgefangenen in deutscher Hand kamen bis Mai 1945 bis zu 3,3 Millionen, von den Wehrmachtsoldaten in sowjetischen Gewahrsam rund eine Million ums Leben. Die Übung befasst sich in vergleichender Perspektive mit dem Schicksal der sowjetischen und der deutschen Kriegsgefangenen, den Ursachen für das Massensterben unter ihnen und die Erinnerung an sie.
Die Anmeldung ist vom 1. August bis zum 7. Oktober 2026 über OLAT möglich: https://olat-ce.server.uni-frankfurt.de/olat/auth/RepositoryEntry/28182052864/CourseNode/1781839155377377007
Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 25 begrenzt. Eine Warteliste ist eingerichtet. Anmeldungen nach dem 7. Oktober 2026 sind möglich per E-Mail an j.osterloh@fritz-bauer-institut.de
15. Oktober 2026 bis 12. Februar 2027
donnerstags, 10:00–13:00 Uhr, SH 4.107
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs standen jüdische Überlebende vor der Herausforderung, ihr Leben nach den Erfahrungen von Verfolgung, Verlust und Trauma neu zu gestalten. Manche von ihnen kehrten in ihre Herkunftsorte zurück und versuchten, die zerstörten sozialen und kulturellen Strukturen wieder aufzubauen, andere entschieden sich für die Emigration. Viele engagierten sich in historischen Kommissionen, sammelten Zeugnisse, dokumentierten Verbrechen und schufen damit Grundlagen für Erinnerung, Geschichtsschreibung und juristische Aufarbeitung. Das Proseminar beschäftigt sich mit Texten und Quellen zu Erinnerung und Gedenken, Trauerarbeit, jüdischer Geschichtsschreibung, Restitutionsprozessen, juristischer Aufarbeitung sowie den Migrationsbewegungen jüdischer Überlebender nach dem Holocaust.
Anhand des Proseminarthemas werden Methoden und Techniken des geschichtswissenschaftlichen Arbeitens erlernt – von der Literatur- und Quellenrecherche über das Lesen von Texten bis hin zu den Zitierregeln. Die Studierenden werden auf das Verfassen der Abschlussarbeit vorbereitet.