Die Bibel als norma normans. Normwandel im Europa der frühen Neuzeit

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Projektleiterin

Prof. Dr. Luise Schorn-Schütte

Beteiligte Wissenschaftler

Dr. Cecilia Cristellon (ab 15.8.2013)

 

Kurzbeschreibung

Frau Prof. Schorn-Schütte gehört als Hauptforscherin auch in der zweiten Phase der Exzellenzinitiative zu den Trägern des Exzellenzclusters "Normative Ordnungen", das am 19.10.2007 bewilligte wurde. Seit dem 01.01.2013 wird mit "Die Bibel als norma normans" für drei Jahre ein neues Projekt bearbeitet.

Heilige Texte sind zu allen Zeiten als Legitimation und Rechtfertigungsklausel für bestimmte politische Entscheidungen herangezogen worden. Sie dienten damit als umfassender Rahmen, aus dem die konkreten politisch-sozialen Entscheidungen z. B. frühneuzeitlicher Gesellschaften in Europa ihren überzeitlichen Geltungsanspruch ableiteten. Beispielhaft dafür ist die Verwendung bestimmter Bibelstellen aus Altem und Neuem Testament, um den Charakter guter Herrschaft zu benennen, um bestimmte Verfassungsformen als überzeitlich gültig darzustellen, um den Einsatz von Gewalt zu legitimieren uam.

In dem hier zu bearbeitenden Projekt soll dieser Einsatz von Bibelstellen als nichthintergehbare Norm, als norma normans also, anhand bestimmter Quellengruppen - vor allem Predigtsammlungen - und in einer Konfessionsvergleichenden sowie überregionalen Blickrichtung analysiert werden. Anknüpfend an die Vorarbeiten der Projektleiterin zur politischen Sprache der Predigten in einer thüringischen Region im 16./17. Jahrhundert soll ein Thesaurus erarbeitet werden, auf dessen Grundlage Konfessionsunterschiede und -ähnlichkeiten im Regionen vergleichenden europäischen Wandel über rund drei Generationen (1550-1750) als „politisches Vokabular aus der Bibel“ beschreibbar wird.