Dr. Nils Löffelbein

Wissenschaftlicher Werdegang

  • 2001-2007 Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, der Osteuropäischen Geschichte und Medienwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • 2005-2007 studentische und wissenschaftliche Hilfskraft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Abteilung für Osteuropäische Geschichte
  • 2008-2011 Promotionstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes
  • 2008-2010 Projektmitarbeiter am Historischen Seminar II, Forschungsprojekt: Nationalsozialismus und Erster Weltkrieg
  • 2011 Promotion: Thema der Doktorarbeit: "Ehrenbürger der Nation". Die Kriegsbeschädigten des Ersten Weltkrieges in Politik und Propaganda des Nationalsozialismus
  • Die Dissertation wurde mit dem Preis: "Beste Dissertation 2012" der Universität Düsseldorf, ausgezeichnet.
  • 2011-2012 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Historisches Seminar II
  • Seit Oktober 2012 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Goethe-Universität Frankfurt a.M., Lehrstuhl für Neueste Geschichte


Forschungsschwerpunkte

  • Geschichte des Ersten Weltkriegs
  • Kultur- und Gesellschaftsgeschichte des Nationalsozialismus
  • Vergleichende Verwaltungsgeschichte
  • Migrationsgeschichte


Forschungsprojekt:

Elitenwandel und Reformpolitik in der höheren Verwaltung der BRD und Großbritanniens seit den 1970er Jahren

Die Durchsetzung des modernen Wohlfahrtsstaates in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bewirkte in Westeuropa einen massiven Ausbau der Staatsbürokratien und damit auch der administrativen Funktionseliten. Unter dem Eindruck der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Krisen seit den 1970er Jahren wurde jedoch in vielen Ländern zunehmend eine breite Bürokratiekritik laut, die seit den frühen 1980er Jahren zu einer Reformwelle und einem weitreichenden Verwaltungswandel führte, bis hin zum „Public Management“-Staat der 1990er Jahre. Im Zuge dieses Transformationsprozesses änderte sich auch das Anforderungsprofil an führende Verwaltungsbeamte nachhaltig, was sich nicht zuletzt auf die Art der Personalentscheidungen im höheren Dienst auswirken musste.

Das Projekt untersucht die grundlegenden Muster bei der Rekrutierung führender Verwaltungsbeamter und ihrer Karrierewege innerhalb der höheren Verwaltungen in Deutschland und Großbritannien von den frühen 1970er Jahren bis in die Gegenwart. Schwerpunktmäßig soll anhand von drei Ländern mit deutlich voneinander abweichenden Traditionen beim Aufbau des höheren Staatsdienstes der Frage nachgegangen werden, wie sehr sich das Anforderungsprofil an führende Verwaltungsbeamte nach dem Ende der „Boom-Jahrzehnte“ änderte und in welchem Ausmaß dies bei Personalentscheidungen Berücksichtigung fand.


Publikationan (Auswahl):

Monographie

Ehrenbürger der Nation. Die Kriegsbeschädigten des Ersten Weltkriegs in Politik und Propaganda des Nationalsozialismus, Essen 2013.

Herausgeberschaft

Europa 1914 − Wege ins Unbekannte. Paderborn u.a. 2016 (zusammen mit Silke Fehlemann und Christoph Cornelißen).

Aufsätze (Auswahl)

»Die Humanität der japanischen Gewehrkugel« − Kriegsbild und Verlusterwartungen deutscher Militärärzte vor 1914, in: Nils Löffelbein (Hrsg.): Europa 1914 − Wege ins Unbekannte, Paderborn 2016, S. 27-51.

The Legacy of the Front - The Disabled Veterans of the First World War in Germany after 1918, in: Anders Granås Kjøstvedt/Alessandro Salvador (Hrsg.): New Political Ideas in the Aftermath of the Great War, Basingstoke 2016.

Elk Ebers „Die letzte Handgranate“, in: Nicolas Beaupré u.a. (Hrsg.): La grande guerre vue d’en face. 1914-1918. Nachbarn im Krieg, Paris 2016, S. 252-254.

(zusammen mit Silke Fehlemann) Gender, Trauma and the Memory of the Great War: the Politics of War Victimhood in Interwar Germany, in: Peter Leese/Jason Crouthamel (Hrsg.): Aftershock: Psychological Trauma and the Legacies of the Great War, Basingstoke 2016, S. 141-165.

Die lebende Front – Die Kriegsbeschädigten des Ersten Weltkrieges in der Weimarer Republik und im Dritten Reich, in: Philipp Siegert/ Bérénice Zunini (Hrsg.): Den Krieg neu denken? Der Erste Weltkrieg im Spiegel neuer Quellen und Methoden. Penser la guerre autrement ? Nouvelles sources et méthodes pour écrire l'histoire de la Première Guerre mondiale, sous la direction de, Münster 2016, S. 125-143. 

„Das Erbe der Front“ - Kriegsopferpolitik in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 65, 2014, H. 5/6, S. 352-369.

„Aus Krüppelnot empor zum Heldentum!“ Männlichkeitsvorstellungen und Kriegsopferfürsorge in Westfalen und im Rheinland während des Ersten Weltkriegs, in: Geschichte im Westen 29 (2014), S. 47-75.