Ralf Bureck

Early Career Researcher am LOEWE-Zentrum Dynamiken des Religiösen

Konfessionelle Kipppunkte: Krisen und Konflikte in städtischen Gesellschaften der Frühen Neuzeit

Unter welchen Bedingungen konfessionelle Konstellationen in der Frühen Neuzeit konflikthaft wurden, lässt sich besonders gut in den multikonfessionellen Städten des Heiligen Römischen Reiches beobachten. Ob das religiöse Nebeneinander die Form einer friedlichen Nachbarschaft annahm oder in Konflikte und Gewalt mündete, war von zahlreichen Faktoren abhängig. So schuf der Augsburger Religionsfrieden von 1555 nahezu drei Jahrzehnte tatsächlich Frieden im Heiligen Römischen Reich, verlor aber ab den 1580er Jahren zusehends an Verbindlichkeit. Der Friedenszeit folgte eine Verhärtung der konfessionellen und politischen Fronten, die zunächst in die Blockade der Reichsorgane und schließlich in den Dreißigjährigen Krieg mündete.

Während die zunehmende Instrumentalisierung des konfessionellen Gegensatzes auf der Ebene der Reichspolitik gut untersucht ist, wurde die Frage, wie sich der politische Klimawechsel im religiösen Alltag der Menschen vollzog, kaum behandelt. Um die Kipppunkte im Konfessionskonflikt in den Blick zu nehmen, wird anhand von Stadtratsprotokollen, Justizakten, Chroniken und publizistischen Quellen rekonstruiert, wie sich die politische Aufladung der konfessionellen Differenz im Zusammenleben einer Stadtgesellschaft niederschlug. Zu fragen ist, in welchen Schritten sich Spannungen und Konfliktlagen verschärften, welche Konflikte vor Ort sich hier herausbildeten, ob bremsende Kräfte und neutrale Zonen auszumachen sind und welche Rolle politische Instrumentalisierungen spielten. Diesen Fragen geht das Projekt am Beispiel der Reichsstadt Frankfurt nach, die sich dafür als multikonfessionelle Messestadt und Ort der Kaiserkrönung besonders eignet und mit der Eskalation des Fettmilch-Aufstands von 1614 in einem antijüdischen Pogrom auch eine Ausweitung konfessioneller in interreligiöse Konflikte erlebte. 

  • seit 06/2026 Early Career Researcher am LOEWE-Zentrum Dynamiken des Religiösen. Ambivalente Nachbarschaften zwischen Judentum, Christentum und Islam in historischen und gegenwärtigen Konstellationen, Goethe-Universität Frankfurt Teilprojekt 4.3 (Leitung: Prof. Dr. Birgit Emich)
  • 2021-2026 Hilfskraftstellen am Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit (Prof. Dr. Ulrike Ludwig), Lehrstuhl Mittelalter III (Prof Dr. Jan Keupp), Lehrstuhl für Westfälische Landesgeschichte (Prof. Dr. Carla Meyer-Schlenkrich) sowie am Käte Hamburger Kolleg Einheit und Vielfalt im Recht (EViR), Universität Münster  
  • 10/2018-06/2026 Studium der Geschichte und Politikwissenschaft, Universität Münster. Titel der Masterarbeit: Qui obsidionis pericula expertus est. Sonderwissen und Selbstverständnis des Johanniterordens in gedruckten Berichten zu den Belagerungen von Rhodos (1480-1525)
  1. Marodierende Soldaten oder straffällige Zivilisten? Der Magistrat der Stadt Münster als Ordnungshüter in der Nachkongresszeit, in: Ulrike Ludwig/Philip Hoffmann-Rehnitz (Hg.), Münster nach dem Dreißigjährigen Krieg (1648-1655) (Kleine Schriften aus dem Stadtarchiv Münster, 21), Münster 2024, 53-82.
  2. Konzeptästhetik für die „Volkswagenstadt“. Der Kunstverein Wolfsburg e. V. und das städtische Selbstverständnis Mitte der 1960er Jahre, in: Alexander Kraus/Christoph Lorke (Hg.), Zeitgenössische Kunst fördern und vermitteln. Neugründungen von Kunstvereinen in der Bundesrepublik nach 1945/49, Hannover 2022, 93-118.
  1. Tagungsbericht: Absichten rekonstruieren? Perspektiven der historischen Intentionalitätsforschung (gem. mit Maximilian Schesler), in: H-Soz-Kult, 25.03.2026.
  1. Nachkriegszeiten. Münster nach dem Frieden 1648 (gem. mit Markus Breyer, Luca Bröckelmann, Philip Hoffmann-Rehnitz, Ulrike Ludwig und Simon Müller), 24. Oktober 2024 im Stadtarchiv Münster.
  2. Marodierende Soldaten oder straffällige Zivilisten? Der Münstersche Rat im Ringen um Ordnungsmacht, 7. Juli 2023 im Freitagskolloquium zu Problemen der vergleichenden Städtegeschichte, Institut für Vergleichende Städtegeschichte (IStG) der Universität Münster.
  1. Marodierende Soldaten oder straffällige Zivilisten? Der Magistrat der Stadt Münster als Ordnungshüter in der Nachkongresszeit, in: Ulrike Ludwig/Philip Hoffmann-Rehnitz (Hg.), Münster nach dem Dreißigjährigen Krieg (1648-1655) (Kleine Schriften aus dem Stadtarchiv Münster, 21), Münster 2024, 53-82.
  2. Konzeptästhetik für die „Volkswagenstadt“. Der Kunstverein Wolfsburg e. V. und das städtische Selbstverständnis Mitte der 1960er Jahre, in: Alexander Kraus/Christoph Lorke (Hg.), Zeitgenössische Kunst fördern und vermitteln. Neugründungen von Kunstvereinen in der Bundesrepublik nach 1945/49, Hannover 2022, 93-118.
  1. Tagungsbericht: Absichten rekonstruieren? Perspektiven der historischen Intentionalitätsforschung (gem. mit Maximilian Schesler), in: H-Soz-Kult, 25.03.2026.
  1. Nachkriegszeiten. Münster nach dem Frieden 1648 (gem. mit Markus Breyer, Luca Bröckelmann, Philip Hoffmann-Rehnitz, Ulrike Ludwig und Simon Müller), 24. Oktober 2024 im Stadtarchiv Münster.
  2. Marodierende Soldaten oder straffällige Zivilisten? Der Münstersche Rat im Ringen um Ordnungsmacht, 7. Juli 2023 im Freitagskolloquium zu Problemen der vergleichenden Städtegeschichte, Institut für Vergleichende Städtegeschichte (IStG) der Universität Münster.