Nach Gründung des italienischen Königreichs 1861 sollten noch zehn Jahre vergehen, bis Rom mit einem Gesetz vom 3. Februar 1871 offiziell zur Hauptstadt des neuen Nationalstaats wurde. Der Historiker Dr. Jürgen Charnitzky zeichnet in einem Bildvortrag den konfliktreichen Weg bis zur Hauptstadtgründung nach und erläutert die politischen und urbanistischen Folgen für Rom, die das Gesicht der „ewigen Stadt“ grundlegend und nachhaltig verändert haben.
Dr. phil. Jürgen Charnitzky hat nach dem Studium der Anglistik und Geschichte in Heidelberg und London und nach einem längeren Rom-Aufenthalt als Stipendiat des Deutschen Historischen Instituts und der Studienstiftung 1992 an der Universität Heidelberg mit einer Dissertation über die Schulpolitik des faschistischen Regimes in Italien promoviert. Er war an den Universitäten Heidelberg, Mannheim und an der Università della Calabria als Dozent für neuere Geschichte tätig, hat in Deutschland und Italien als freier Publizist und Übersetzer gearbeitet und ist inzwischen im Ruhestand.
Ort: Deutsch-Italienische Vereinigung e.V., Arndtstraße 12, Frankfurt
Eintritt: € 10; reduzierter Preis für Mitglieder: € 8; Studierende frei
Anmeldung unter: div@div-web.de
Buchvorstellung und Podiumsgespräch im Historischen Museum Frankfurt
Wer waren die Germanen und was wissen wir heute jenseits von Mythen, Schulbuchbildern und politischen Vereinnahmungen über sie? Gab es die Germanen überhaupt oder handelt es sich um eine rückblickende Konstruktion aus römischen Quellen und moderner Forschung?
In seinem SPIEGEL Bestseller „Die wahre Geschichte der Germanen" räumt der Museumsleiter des Archäologischen Freilichtmuseums in Oerlinghausen, Dr. Karl Banghard mit hartnäckigen Mythen und ideologisch geprägten Zerrbildern auf, die das Bild der Germanen bis heute bestimmen. Statt eines homogenen „Volkes“ zeichnet er eine vielgestaltige Welt unterschiedlicher Gruppen und Kulturen, deren Lebensweisen sich über Jahrhunderte wandelten. Auf Basis aktueller Forschungsergebnisse aus der Archäologie und auf Grundlage naturwissenschaftlicher Analysen beschreibt Banghard Alltagsleben, Wirtschaft, Glaubensvorstellungen, Machtstrukturen und die vielfältigen Kontakte der Germanen zu ihren Nachbarn im Römischen Reich. Dabei macht er deutlich, wie eng regionale Entwicklungen, Migration, Handel und kultureller Austausch miteinander verflochten waren. Seite um Seite korrigiert Banghard in seinem Buch das nationalsozialistisch geprägte Bild der Germanen als heldenhafte Vorfahren der Deutschen.
Das anschließende Publikumsgespräch wird moderiert von Dr. Doreen Mölders, Direktorin des HMF.
Die Reihe „Geschichte Jetzt!“ ist eine Kooperation des Historischen Museums Frankfurt mit dem Historischen Seminar der Goethe-Universität, dem Archäologischen Museum Frankfurt und hr2- kultur sowie der FAZ als Medienpartner. Mit freundlicher Unterstützung der Freunde & Förderer des Historischen Museums.
Ort: Historisches Museum Frankfurt, Leopold-Sonnemann-Saal
Workshop in Kooperation mit der vhs Frankfurt. Mit Kulturvermittlerin Julia Albrecht
Wie und unter welchen Umständen gelangten Objekte in die Sammlung des Weltkulturen Museum? Wie war das zum Beispiel bei einem Zeremonialschild aus dem heutigen Kenia oder einem Kamm aus dem heutigen Kamerun? Wir setzen uns kritisch mit den Herkunfts- und Erwerbsgeschichten einzelner Objekte auseinander, die mit der Kolonialgeschichte verflochten sind. Wir diskutieren über Provenienz und Restitution und erarbeiten uns eine mögliche Haltung hierzu.
Für Jugendliche und Erwachsene
9€ pro Person, inkl. Eintritt
Anmeldung über die vhs: Kursnr. 0108-16
Ort: Weltkulturen Museum, Schaumainkai 29
The assumption that “space" is socially produced has become something of a consensus in social and cultural studies by now. But what, precisely, does this insight mean? How, by whom, and under what conditions are spaces produced? And why, from an analytical perspective, is it important for scholars to consider the concrete processes through which space is socially produced? Drawing on selected examples, this lecture addresses these questions and illustrates what is meant by “the production of space." Building on this, the examples are situated within a broader systematic framework. The aim of the lecture is to demonstrate the analytical value of space-sensitive perspectives on social processes and to highlight their relevance across the social sciences
Prof. Dr. Judith Miggelbrink is Director of the Leibniz-Institute for Regional Geography and Professor of Regional Geography at Leipzig University. Her research focuses on the social production of space—particularly regions, borders, and peripheries—as well as on global geographies of healthcare, conflicts over land and resource use, and populist interpretations and imaginations of the regional in the context of global interdependencies. She is co-editor of Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft and Moravian Geographical Reports and has published numerous contributions herself. In addition to her research, she serves on various academic committees, including the Commission for Regional Studies of the Saxon Academy of Sciences and Humanities. As of April 2024, she is Director of the Leibniz-Institute for Regional Geography in Leipzig.
Ort: Forschungskolleg Humanwissenschaften Bad Homburg, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe
The keynote will be streamed live via Zoom for remote participants: https://uni-frankfurt.zoom-x.de/meetings/68351592688/invitations?signature=7s0dwiqkHdF83cudqEOI-dvrnpTqEJDp_bobgnJMP5Q
Vortrag im Historischen Museum Frankfurt
Das Geld der römischen Soldaten am hessischen Limes
Ein Vortrag von Frank Berger
Der Limes wurde seit ca. 85 n. Chr. Auf dem Taunuskamm und als Bogen um die Wetterau herum von den Römern errichtet. Er diente als Grenzsicherung gegenüber den Germanen. In regelmäßigen Abständen wurden Kastelle errichtet, von wo die Grenze beobachtet wurde. Circa 250 Jahre lang bewohnten Soldaten diese Kastelle. Sie wurden vom Staat regulär besoldet, anfangs mit 225 Denaren pro Jahr. In den letzten Jahren wurden viele neue Münzen im Bereich dieser Kastelle gefunden. Sie geben uns Auskunft über die Geldversorgung an den Grenzen des Römischen Reiches.Vortragsreihe der Frankfurter Numismatischen Gesellschaft
Ort: Historisches Museum Frankfurt, im Roten Seminarraum
Eintritt frei.