Vier Stipendiaten der Humboldt-Stiftung ab dem Herbst am Historischen Seminar

Gleich vier Humboldt-Stipendiaten arbeiten ab dem Herbst 2019 als Gäste am Historischen Seminar: Dr. Antoine Renglet aus Löwen bei Andreas Fahrmeir, Dr. Caillan Davenport aus Sidney bei Hartmut Leppin, Dr. Dominik Fugger aus Erfurt bei Birgit Emich und Dr. Juan Luis Simal aus Madrid bei Korinna Schönhärl.

Die Bewerbung um Humboldt-Stipendien steht Forscherinnen und Forschern aus aller Welt offen; sie können ihre Gastinstitution in Deutschland frei wählen. Angesichts der niedrigen Bewilligungsquoten stellt eine erfolgreiche Bewerbung eine international anerkannte Auszeichnung für die Kandidatinnen und Kandidaten ebenso wie für die gastgebenenden Institutionen dar.


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Antoine Renglet

Am Lehrstuhl für die Geschichte des 19. Jahrhunderts wird Dr. Antoine Renglet (Löwen) ab Herbst 2019 gemeinsam mit Andreas Fahrmeir über Polizeiorganisationen und Polizeiarbeit in der napoleonischen Epoche forschen. Im Mittelpunkt soll dabei die Frage stehen, in wie sich in unterschiedlichen Städten in verschiedenen europäischen Regionen die von der Zentrale vorgegebenen Normen durchsetzten und in wie weit sich eine Kontinuität lokaler Traditionen beobachten lässt. [Humboldt-Forschungsstipendium]


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Caillan Davenport

Dr. Caillan Davenport (Macquarie University Sidney) wird ab November 2019 in der Abteilung für Alte Geschichte im Kontext des Leibniz-Projektes “Polyphonie des spätantiken Christentums“ in Kooperation mit Hartmut Leppin für 18 Monate das Thema: "Talking about Roman Emperors: Understanding Imperial Rumour and Gossip from the Principate to Late Antiquity“ behandeln. Mit diesem Projekt, das in eine Monographie münden soll, wird ein neues Themenfeld erschlossen. Durch genaue Quellenlektüre will Davenport Stimmen der gewöhnlichen Bevölkerung hörbar machen, die unsere von Eliten geprägten Quellen oft in den Hintergrund drängen. [Humboldt-Forschungsstipendium]


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Dominik Fugger

Dr. Dominik Fugger (Universität Erfurt) ist Alexander von Humboldt-Stipendiat an der Professur für Geschichte der Frühen Neuzeit. Nach einem Forschungsaufenthalt in Kopenhagen setzt er seine Arbeiten zum Thema "Nördliches Heidentum. Eine Studie zur wissenschaftlichen Bewältigung religiöser Vielfalt in der Frühen Neuzeit" vom 01. September 2019 bis zum 31. August 2020 mit einem Feodor-Lynen-Rückkehrstipendium in Frankfurt fort. Anhand der religiösen Überlieferung nördlich der Alpen will er beispielhaft beleuchten, wie aus der Residualkategorie "Heidentum", in die man alle Verstöße gegen das erste Gebot einsortieren konnte, in der Zeit von 1590 bis 1650 eine Art vierte Religion neben Christentum, Judentum und Islam wurde. Die geplante Monographie versteht sich einerseits als ein erstes Kapitel zur Wissenschaftsgeschichte dessen, was man später germanische Religion nennen wird, andererseits als paradigmatische Studie zur frühneuzeitlichen Ideengeschichte des Heidentums schlechthin.


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Juan Luis Simal

Dr. Juan Luis Simal (Universidad Autónoma de Madrid) ist von Oktober bis Dezember 2019 als Humboldt-Stipendiat am Historischen Seminar. Zusammen mit PD Dr. Korinna Schönhärl forscht er über Staatsverschuldung in den 1820er Jahren im Mittelmeerraum. Im Fokus stehen dabei die Staatsanleihen Spaniens zwischen Revolution und Restauration. Die Wechselwirkungen zwischen Politik und Finanzen stehen im Mittelpunkt des Interesses: Welche Auswirkungen auf die Chancen auf den internationalen Kreditmärkten hatten Liberalisierung, Konstitutionalisierung oder Restauration absoluter Herrschaft? Welche Rolle spielten die ausländischen Bondholder und gut vernetzte internationale Bankhäuser bei der Etablierung oder dem Ausschluss eines Landes an den Börsen in Paris und London? Ziel ist ein besseres Verständnis der Mechanismen der Formation internationer Kredit- und Finanzmärkte zu Beginn des 19. Jahrhunderts. [Humboldt-Forschungsstipendium]