Prof. Dr. Sita Steckel
Professur für Mittelalterliche Geschichte
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Studierende
mit Fragen zu Lehre und Betreuung
schreiben bitte an lehre.steckel@em.uni-frankfurt.de
Alle anderen
Themen unter steckel@em.uni-frankfurt.de
Sprechstunde
während des Semesters: Montag, 14-16 Uhr nach vorheriger Vereinbarung/Terminbuchung
Dienstzimmer
Campus Westend
Norbert-Wollheim-Platz 1 (IG-Farben-Haus)
Vierter Stock, Q4, 4.414
Sekretariat
Angela Vardopoulos
Raum: IG-Farbenhaus 3.516
E-Mail: vardopoulos@em.uni-frankfurt.de
Tel.: +49 69 798 32613
Postanschrift
Prof. Dr. Sita Steckel
Goethe-Universität, Historisches Seminar
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Nach dem Studium an
der LMU München (MA 2001, Dr. phil. 2006) war ich als wissenschaftliche
Mitarbeiterin, Juniorprofessorin und schließlich Professorin an der
Universität Münster tätig. Dazu kamen Abstecher an die Harvard University in
Boston/MA als Volkswagen Postdoctoral Fellow, eine dreijährige Assoziierung an
der Universität Oslo
und zuletzt ein Fellowship an der Universität Leipzig im Forschungskolleg
„Multiple Secularities“. Seit dem August 2023 bin ich an der Goethe-Universität
Frankfurt am Main tätig.
Einen Lebenslauf mit Publikationsverzeichnis finden Sie hier (als PDF) sowie auf Academia.edu und Hcommons.org.
Sprechstunden
Während
des Semesters finden Sprechstunden in der Regel am Montag, 14-16 Uhr über Zoom
statt – aber nur nach vorheriger Vereinbarung. Bitte buchen Sie einen Termin unter folgendem Link: Buchung Sprechstundentermin bei Prof. Dr. Sita Steckel
Betreuung von Abschlussarbeiten
Ich
betreue gerne Abschlussarbeiten im Bereich der Mittelalterlichen
Geschichte, besonders zu meinen Schwerpunktthemen (siehe unten).
Schreiben Sie mich gerne zur Vereinbarung einer Sprechstunde an (lehre.steckel@em.uni-frankfurt.de).
Wintersemester 2025/26
In diesem Semester gebe ich das übliche Kolloquium sowie ein
Proseminar zum Zusammenleben der Religionen in mittelalterlichen Städten. Zudem
biete ich zwei Seminare an, die Praxis und Forschung verbinden: Ein Seminar beschäftigt sich mit dem populärsten mittelalterlichen Reisebuch und führt die
Studierenden in die Forschung zur Reiseliteratur und zur spätmittelalterlichen
Lese- und Druckkultur ein: Das Seminar wird sich auf das sogenannte „Buch
des Ritters Sir John Mandeville“ (1350er Jahre) konzentrieren und nicht nur
fragen, was dieser (fiktive) Autor europäischen Lesenden über die
trikontinentale Welt Europas, Asiens und Afrikas vermittelte. Wir werden auch
untersuchen, wer diese Art von Büchern las, wer die ersten Drucke herstellte
und kaufte und warum und inwiefern dieses Buch im Spätmittelalter populär
blieb. Das
andere Seminar verbindet ebenfalls ein Forschungsthema mit praktischer Arbeit:
Es bietet die Gelegenheit, selbst mit einem mittelalterlichen Manuskript zu
arbeiten: Wir werden einen mittelalterlichen volkssprachlichen (sprachlich: frühneuhochdeutschen,
ripuarischen) Handschriftentext lesen, transkribieren und übersetzen, der die
Lebensgeschichte eines Heiligen enthält. Das Seminar wird den Kontext - das
Kartäuserkloster im mittelalterlichen Köln - auf der Grundlage neuester
Forschungsergebnisse diskutieren, behandelt aber auch die Frage, wie und zu
welchem Zweck man einen solchen Text edieren kann.
2024 – Aufsatz aus dem Kontext des Leipziger Forschungskollegs „Multiple Secularities – Beyond the West, Beyond Modernities":
Sita Steckel, “Dynamics of Differentiation from Charlemagne to Dante. Medieval Christian Debates on Religion and Politics beyond the Model of a 'Separation of Church and State'". In: Historicizing Secular-Religious Demarcations. Interdisciplinary Contributions to Differentiation Theory. Sonderband der Zeitschrift für Soziologie, hg. v. Monika Wohlrab-Sahr, Daniel Witte, Christoph Kleine, 2024, 15-50. https://doi.org/10.1515/9783111386645-002
Sita
Steckel „The Making of the High Middle
Ages. Die historische Meistererzählung vom Aufstieg des
modernen Westens im Hochmittelalter im Werk Sir Richard W. Southerns“, in: Die
Mediävistik und ihr Mittelalter, hg. v. Katharina Behrends, Jan-Hendryk de Boer
und Marcel Bubert, Berlin/New York 2024, 81-123.
Open
Access!
https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783111216140-004/html
In Forschung und Lehre interessieren mich aktuell besonders fünf größere Themenbereiche.
Religionsgeschichte und Dynamiken des Religiösen
In Forschung und Lehre befasse ich mich mit verschiedenen
Aspekten der Religionsgeschichte Europas und des Mittelmeerraums. Dabei geht es
teils um das Zusammenleben und die gegenseitige Wahrnehmung religiöser
Mehrheiten und Minderheiten, vor allem jüdischer, christlicher und islamischer
Gruppen. Mein Hauptschwerpunkt sind jedoch Konflikte und Kontroversen im Inneren
des lateinischen Christentums mit seinen vielen unterschiedlichen religiösen
Lebensformen wie den Dutzenden von religiösen Orden und häretischen Bewegungen.
Häufig interessiert mich der Bereich der religiösen Polemik, Kritik, Satire
und Propaganda, bis hin zu mittelalterlichen Formen von Verschwörungstheorien
und ‚fake news'. Ein weiteres Interesse gilt mittelalterlichen Diskussionen
über das Verhältnis von Religion, Politik und Wissenschaft und
mittelalterlichen Konzepten des Säkularen und Profanen.
Wissensgeschichte und Gelehrtengeschichte
Ein weiterer Schwerpunkt ist die
Wissensgeschichte. Besonders interessieren mich die sozialen Praktiken und
Machtdynamiken innerhalb von Gelehrtengruppen, Schulen und Universitäten. Ein
weiteres Feld sind die Vernetzungen lokaler Wissensgemeinschaften in ihren
europäischen, mediterranen und globalen Transfer- und Verflechtungsprozessen. Schließlich
geht es mir häufiger auch um Rezeption, Verarbeitung und Veränderung gelehrten
Wissens durch neue Anwendungsfelder und Trägergruppen, etwa die städtischen
Laien des Spätmittelalters.
Buchgeschichte, Handschriften- und Inkunabelkunde
Zwischen klassischen historischen
‚Hilfswissenschaften' und Kulturgeschichte der Schriftmedien interessiere ich
mich für die Materialität, Zirkulation und Verwendung von handschriftlichen und
gedruckten Büchern und Schriftdokumenten des Mittelalters. Ich möchte daher regelmäßig
praxisorientierte Veranstaltungen zum Entziffern, Erschließen und Präsentieren
mittelalterlicher Materialien in Zusammenarbeit mit Archiven und Bibliotheken
anbieten.
Digitale Geschichtswissenschaft, digitale Editionen und Forschungsdatenmanagement
Wiewohl selbst Anfängerin, verfolge ich
aktuelle Entwicklungen im Bereich der Digitalen Geschichtswissenschaft und
möchte besonders die Möglichkeiten digitaler Editionen für die
Mittelaltergeschichte ausloten, auch gemeinsam mit Studierenden. Aufgrund eines
kleinen Datenbankprojekts interessiere
ich mich auch für Forschungsdatenmanagement, Linked Open Data und Werkzeuge für
die Digitalisierung und Annotierung von Texten.
Geschichte der Mittelalterforschung und Mittelalterbilder
Ein weiteres Forschungsfeld ist für mich die Geschichte der Mediävistik,
vor allem im 20. Jahrhundert. Aus aktuellem Anlass möchte ich mich stärker mit
der politischen Vereinnahmung der Mittelaltergeschichte durch extremistische
Akteure und mit dem Bereich der Populärkultur befassen. Ich erforsche hier und
da auch die Mittelalterbilder der Soziologie, ihre Verflechtung mit der
Geschichte sowie die historischen Rezeption soziologischer Großtheorien,
besonders der Säkularisierungs- und Modernisierungstheorien.