Virtus

Silke Schwandt:

Virtus – Zur Semantik eines politischen Konzepts von Augustinus bis Johannes von Salisbury


Das abgeschlossene Dissertationsprojekt ist eine semantische Studie zum Terminus virtus als zentrale Vokabel der politischen Ethik. Der Schwerpunkt liegt auf der Analyse der Entwicklung des virtus-Konzeptes innerhalb mittelalterlicher Gesellschaftsmodelle und den darin entworfenen Grenzen legitimer Herrschaft. Mit dem analytischen Zugriff auf die Moralsemantik über den Schlüsselterminus virtus, soll in erster Linie der Anspruchscharakter von Herrschaft und die darin enthaltenen Legitimationsmuster in ihrem diachronen Wandel und in Abhängigkeit zu der jeweils vorherrschenden politischen Sprache darstellbar gemacht werden. Im Zentrum der Untersuchung stehen Gesellschafts- und Fürstenspiegel von der Spätantike bis ins Hochmittelalter.

Die zentrale Annahme des Projektes ist, dass sich im ethisch-moralischen Sprachgebrauch die Veränderungen in der Wahrnehmung des gesellschaftlich-politischen Gefüges ablesen lassen und darüber hinaus Ordnungsbehauptungen und Geltungsansprüche formuliert werden, die ihrerseits wieder Einfluss nehmen auf die sprachlichen Konstruktionen von Gesellschaft.