Prof. Dr. Hartmut Leppin

Werdegang

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Hartmut Leppin studierte Geschichte und Klassische Philologie in Marburg, Heidelberg, Pavia und Rom. Nach dem Staatsexamen 1988 in Marburg wurde er dort 1990 promoviert. 1995 habilitierte er sich an der Freien Universität Berlin. 1995/6 vertrat er eine Professur in Greifswald. Danach erhielt er ein Feodor-Lynen- und ein Heisenberg-Stipendium, die er für Forschungsaufenthalte in Nottingham und Göttingen nutzte; seit 2001 ist er Professor für Alte Geschichte in Frankfurt am Main. Rufe nach Hannover, Berlin (HU) und Köln lehnte er ab. 2015 erhielt der den Leibnizpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Er ist Herausgeber der Historischen Zeitschrift, der Zeitschrift Millennium und der Millennium Studien, des RAC, Mitglied des Kuratoriums des Historischen Kollegs, des Beirats der Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik, des Frobenius-Instituts und von Ceraneum.

Vollständiger Lebenslauf
Wichtigste Publikationen
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Forschungsprojekte:

Christianisierungen im Römischen Reich: Das Forschungsprojekt, das im Rahmen des Koselleckprogramms der DFG gefördert wird, geht von der Beobachtung aus, dass anders als zu Begriffen wie Hellenisierung oder Romanisierung zum Begriff der Christianisierung wenig geforscht wird und will zur Schließung dieser Lücke beitragen, indem es auf eine theoretisch reflektierte, zugleich auf breiter empirischer Grundlage arbeitende Untersuchung jenes für die weitere europäische und außereuropäische Geschichte fundamentalen Prozesses in Kaiserzeit und Spätantike abzielt. Dabei ist davon auszugehen, dass Christianisierung in verschiedenen Regionen und Bereichen (kaiserliche Selbstdarstellung, Verwendung christlicher Zeichen in der Kunst etc.) mit einem unterschiedlichen Tempo und in differierender Intensität vonstatten ging, weshalb im Titel bewusst von Christianisierungen die Rede ist. Dementsprechend wird eine den Unterschieden und Ungleichzeitigkeiten nachspürende Vorgehensweise gewählt. Als erster Ausgangspunkt für die Auswahl und Einordnung der Forschungsgegenstände zeichnet sich ein Phasenmodell ab, das partikulare Christianisierungen, Neutralisierung und Totalisierung unterscheidet. 

Polyphonie des spätantiken Christentums: Das Projekt, das aus den Mitteln des Leibnizpreises finanziert wird, schließt an das obige Projekt an. Hier soll die Vielfalt des spätantiken Christentums erforscht werden.
Einen Schwerpunkt bilden die sogenannten orientalischen Christentümer, das heißt Formen des Christentums, deren wichtigsten Texte nicht in den klassischen Sprachen Latein und Griechisch, sondern in Sprachen wie Armenisch, Syrisch, Georgisch, Koptisch, Altäthiopisch usw. geschrieben wurden und deren Zentren zumeist außerhalb des Römischen Reiches lagen. Insbesondere sollen Austauschprozesse zwischen den christlichen Kulturen und Räumen innerhalb und außerhalb des Imperium Romanum erforscht werden, um damit eine globale Perspektive auf die Geschichte der Spätantike zu gewinnen. Dieses Thema besitzt gerade jetzt eine traurige Aktualität, weil die Christentümer im heutigen Nahen Osten existenziell bedroht sind.
Der zweite Schwerpunkt des Leibnizprojektes ist der Frage nach dem Verhältnis von Religion und Großreich gewidmet: Inwiefern stützten Universalreligionen die Stabilität von Reichen oder bildeten ein Gegengewicht? War Toleranz in Großreichen mit ihrer Vielfalt wahrscheinlicher? Begünstigten Reiche gar religiöse Minderheiten, die auf das Wohlwollen der Herrscher angewiesen waren? Derartige Fragen sollen vor allen auf internationalen Tagungen universalgeschichtlich vergleichend untersucht werden.

Hartmut Leppin bringt seine Forschungen zum spätantiken Christentum ferner in folgende Verbundprojekte ein: in den SFB 1095 Schwächediskurse und Ressourcenregime; das Graduiertenkolleg Theologie als Wissenschaft; die Forschergruppe Personalentscheidungen bei gesellschaftlichen Schlüsselpositionen und den Exzellenzcluster Herausbildung normativer Ordnungen.


BaFöG-Beauftragter des Historischen Seminars ist ab dem Sommersemster 2015 Prof. Dr. Plumpe.