Kommentar zur Kirchengeschichte des Johannes von Ephesus

Die Kirchengeschichte des Johannes von Ephesus ist eine der ausführlichsten historiographischen Quellen für das östliche Römische Reich und den Vorderen Orient am Vorabend der folgenschweren politischen und kulturellen Veränderungen, die im 7. Jh. einsetzten. Die Kirchengeschichte bietet einen besonderen Blick auf das nicht hinreichend erforschte späte 6. Jh.: Sie wurde verfasst in einem aramäischen Dialekt, dem Syrischen, und stammt aus der Feder des Bischofs einer Kirche, die mit der Reichskirche konkurrierte. Nur ein Drittel des Werks ist vollständig erhalten; Johannes von Ephesus schrieb es, als er in der kaiserlichen Hauptstadt Konstantinopel lebte. 
          Obwohl die historische wie die theologische Forschung die Kirchengeschichte intensiv genutzt haben, wurden diese Perspektiven nur selten zusammengebracht. Das Projekt will diese Teilung überwinden, indem es historische und theologische Forschung zu der Kirchengeschichte integriert, mit Hilfe einer neuen kritischen Edition, Übersetzung und einem ausführlichen Kommentar zum dritten Teil des Werks. Geplant sind open access-Editionen der digitalen und gedruckten Version von Edition, Übersetzung und Kommentar. Vorläufige digitale Publikationen in verschiedenen Repositorien werden die wissenschaftliche Community einladen, während der Arbeit am Projekt Feedback zu geben. Eine Zusammenarbeit mit mehreren digitalen Projekten in den Geisteswissenschaften wird in verschiedene didaktische Hilfsmittel münden, die Studierende sowie Forscherinnen und Forscher, die Syrisch lernen, unterstützen können. Schließlich lenkt das Projekt die Aufmerksamkeit auf literarische Leistungen einer Gemeinschaft der Antike, die viele Migrantinnen und Migranten der jüngeren Zeit in Deutschland und der Europäischen Union als ihr Erbe betrachten. 


Oben ein Ausschnitt des Folios 1r der Handschrift add. 14640 aus der British Library, welche die Kirchengeschichte enthält.

Johannes von Ephesus ist nun auch auf Twitter - Sie können dem Projektverlauf unter @CommJohnEphesus folgen.

Am Mittwoch, 16. November, fand ein Workshop zur Kommentierung spätantiker Texte statt. Das Johannes von Ephesus-Team durfte Jan-Markus Kötter (Düsseldorf), Olivier Gengler (Tübingen), Daria Elegina (Hamburg) und Yulia Furman (Berlin) begrüßen, welche im Rahmen kurzer Präsentationen auf die Herausforderungen, die beim Erstellen von Textkommentaren zu beachten sind, aufmerksam gemacht haben.

Das Johannes von Ephesus-Team freut sich darauf, am 13. Dezember Luise Marion Frenkel (São Paolo) im Forschungskolloquium begrüßen zu dürfen. Sie wird den Traktat des Theodotus von Ankyra gegen Nestorius vorstellen.
Nikolai Kiel wird am 31. Januar im Forschungskolloquium zu den Spuren der Christologie des Apollinarius von Laodicea bei Johannes von Ephesus referieren.

Leitung
Prof. Dr. Hartmut Leppin
IG-Farben-Haus (Raum 4.514)
Norbert-Wollheim-Platz 1
(Hauspostfach: 15)
60629 Frankfurt
Tel. 069/798-32462
E-Mail: h.leppin@em.uni-frankfurt.de

Prof. Dr. Philip Forness
Faculty of Theology and Religious Studies
Charles Deberiotstraat 26 - box 3100
3000 Leuven
E-Mail: philip.forness@kuleuven.be

Wiss. Mitarbeiter
PD Dr. Nikolai Kiel
IG-Farben-Haus (Raum 4.454)
Norbert-Wollheim-Platz 1
(Hauspostfach: 15)
60629 Frankfurt
Tel. 069/798-32416
E-Mail: kiel@em.uni-frankfurt.de

Dr. Silvio Roggo
IG-Farben-Haus (Raum 4.454)
Norbert-Wollheim-Platz 1
(Hauspostfach: 15)
60629 Frankfurt
Tel. 069/798-32416
E-Mail: roggo@em.uni-frankfurt.de

Sekretariat
Milena Klumbies
IG-Farben-Haus (Raum 4.517) 
Norbert-Wollheim-Platz 1
60629 Frankfurt
Tel.: 069/798-32456
E-Mail: klumbies@em.uni-frankfurt.de