Dissertationsprojekt

In meinem Dissertationsprojekt mit dem Arbeitstitel Der Herrscher und die Subalternen. Interaktion und Organisation an den Kaiserhöfen Rudolfs II. (1576–1612) und Leopolds I. (1658–1705) stehen nicht die Kaiser oder die (hoch-)adligen Mitglieder der höfischen Gesellschaft im Mittelpunkt, sondern die Menschen, die zu Hunderten hinter den Kulissen täglich für einen reibungslosen Ablauf des Hoflebens sorgten: das subalterne Personal des höfischen Verwaltungs- und Versorgungsapparats. Wer waren diese Menschen? Wie gelangten sie in die Dienste des Kaisers und was motivierte sie am Hof zu arbeiten? Und vor allem: Wie stellte man sicher, dass sie Tag für Tag die ihnen anvertrauten Aufgaben und Pflichten ordnungsgemäß erfüllten? Wie also wurde das subalterne Hofpersonal im 16. und 17. Jahrhundert verwaltet, geführt, motiviert – in einem Wort: gemanagt? Im Fokus des Projekts steht somit die Frage nach dem ‚Funktionieren‘ des frühneuzeitlichen Kaiserhofes auf seiner nicht-zeremoniellen, alltäglich-operativen Ebene. Zu klären ist in diesem Zusammenhang insbesondere wie sich das Verhältnis zwischen Interaktion (d.h. Face-to-Face-Kommunikation) und Organisation gestaltete und welche Folgen dies für das subalterne Hofpersonal hatte.