Lehrstuhlinhaber: Univ.-Prof. Dr. Frank Bernstein, M.A.

Wissenschaftlicher Assistent: Dr. Florian Rudolf Forster, M.A.

Akademischer Rat: Dr. Dirk Wiegandt, M.A.

Geschäftsführungsbüro und Sekretariat: Frau Klumbies     Bibliothek: Frau Lorenz

Ehemalige:

Dr. Frank Bücher

Dr. Gian Franco Chiai

Dr. Dominik Delp, M.A.

Univ.-Prof. Dr. Angela Ganter, M.A.

Dr. Johanna Leithoff, M.A.

Katja Maasch, M.A.

Salvatore Mancuso, M.A.

Das griechisch-römische Altertum – kurz: die Antike – bildet den Gegenstand der Alten Geschichte. Als historische Disziplin ist sie Teil der Allgemeinen Geschichtswissenschaft wie der Altertumswissenschaften zugleich, nimmt also eine Zwitterstellung ein. Die Alte Geschichte widmet sich dabei nach dem Verständnis der am Lehrstuhl tätigen Personen nicht ausschließlich kulturellen Phänomenen, sondern ist eine zutiefst politische Wissenschaft. Weil jenes als „Klassische Antike“ nobilitierte Altertum durch Tradition und Rezeption größten Einfluß auf die Formierung Europas und Amerikas entfaltete, fallen der Alten Geschichte besondere Aufgaben zu. 

Die außerordentlich tiefe zeitliche Perspektive macht mit Archetypen gesellschaftlicher, staatlicher, wirtschaftlicher und religiöser Ordnungen und ihren spezifischen politischen Kulturen vertraut und läßt aufgrund der weiten Verbreitung antiker Zivilisationen über drei Kontinente im besonderen Maße die außereuropäische Dimension Europäischer Geschichte sowie Voraussetzung und Eigenart der Gegenwart begreifen. So wenden sich die Mitglieder des Lehrstuhls allen Perioden der Alten Geschichte zu und decken damit in Forschung und Lehre den langen Zeitraum vom 11. Jahrhundert vor bis ins 3. Jahrhundert nach Chr. ab, angefangen von den „Dunklen Jahrhunderten“ über das Archaische Zeitalter der Griechen und den Aufstieg Roms im Kontext italischer Kulturen über die Griechische Klassik und den Hellenismus sowie die Römische Republik bis zur unter dem Principat neu geordneten mediterranen Welt des Imperium Romanum.

Das am Lehrstuhl versammelte Kollegium mit seiner philologischen und epigraphischen Expertise ist davon überzeugt, daß die im Vergleich mit rezenteren Epochen auffällige Eigenart der antiken Überlieferung besonders nahe an die Grundlagen geschichtlichen Wissens heranführt und im Sinne einer allgemeinen Historik für epistemologische und methodologische Probleme sensibilisiert. Geschichte als Wissenschaft wird so bereits nicht als bloßes Narrativ, vielmehr als Analyse erfahren. Über die antiken literarischen Texte sowie Inschriften, Papyri und materiellen Funde und Befunde – eine Überlieferung, die besondere Methoden ihrer Erschließung und Deutung erfordert – ist die Alte Geschichte mit der Klassischen Philologie und den verschiedenen Fächern der Archäologie eng verbunden.

Die Mitglieder des Lehrstuhls suchen dieser Einheit der Altertumswissenschaften Rechnung zu tragen, kooperieren mit den Nachbarfächern daher auf zahlreichen Ebenen und schlagen zugleich aus der Tiefe der Zeit eine Brücke zur Allgemeinen Geschichtswissenschaft. Am Lehrstuhl wird das Lehrangebot der Abteilung für Alte Geschichte koordiniert. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Einübung der reflektierten Arbeit mit den griechisch- und lateinischsprachigen Quellen gelegt. Darüber hinaus tragen die Mitglieder entsprechend ihrem Geschichtsverständnis das Wissen um die Gegenwärtigkeit der Antike durch außeruniversitäre Veranstaltungen in die Zivilgesellschaft.