Personalentscheidungen in der öffentlichen Verwaltung seit den Krisen der 1970er Jahre: Nationale und internationale Perspektiven

Projektbeschreibung

Im Rahmen dieses Basismoduls wird der Frage nachgegangen, wie sich der Vollzug von Personalentscheidungen in der höheren Staatsverwaltung im Gefolge der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Krisen seit der ersten Hälfte der 1970er Jahre darstellte. Besondere Aufmerksamkeit erfährt dabei die Untersuchung etablierter Kriterien der Personalauswahl wie etwa Qualifikation und Berufserfahrung, berücksichtigt wird jedoch auch der Einfluss der sozialen und regionalen Herkunft sowie das Gewicht des Faktors Geschlecht. Darüber hinaus wird ergründet, in welcher Weise die neuen Herausforderungen seit den 1970er Jahren zu einer Abkehr von formalisierten Leistungsbemessungen führten und darüber einerseits einer stärker parteipolitischen Instrumentalisierung bei der Personalrekrutierung den Weg ebneten, andererseits Quereinsteigern den Eintritt in die höhere Verwaltung ermöglichten. Von Interesse sind zudem die Leitbilder, die hierbei im Einzelnen zum Tragen kamen.

Für die epochen- und themenübergreifenden Studien der Forschergruppe wichtige Erkenntnisse lassen sich anhand der ausgewählten zeithistorischen Beispiele insbesondere dort gewinnen, wo es um Bedeutung klientilistischer Netzwerke, ihrer scheinbaren Unüberwindbarkeit sowie um ihre systemische Effektivität oder Ineffizienz geht. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht dabei immer wieder das Wechselspiel zwischen Semantiken, Institutionalisierung und Praktiken von Entscheidungsprozessen, aus dem eine übergreifende Morphologie der Personalentscheidungen hervorgehen soll.