Personalentscheidungen bei gesellschaftlichen Schlüsselpositionen

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Schwerpunkte der ersten Förderphase (2014-2017)

Personalentscheidungen – der Entschluss, bestimmten Personen gesellschaftliche Schlüsselpositionen zu übertragen und anderen nicht – bergen ein sehr hohes Konfliktpotential und sie sind fundamental kontingent, da ihre Folgen zu dem Zeitpunkt, an dem sie getroffen sind, nicht bekannt sein können. Obwohl sich Art und Weise, in der sie getroffen werden, im historischen Verlauf erheblich veränderte, existiert bei näherem Hinsehen eine begrenzte Zahl von Auswahlmechanismen – Zeugung bzw. Geburt, Los, Wahl, Kooptation, Wettbewerb und Beauftragung –, die in jeweils epochenspezifischer Weise kombiniert werden. Die Forschergruppe widmet sich einer systematisch-vergleichenden Erforschung der Semantiken, Institutionen und Praktiken der Personalentscheidungen von der Spätantike bis in die jüngste Vergangenheit. Mehr...

Schwerpunkte der zweiten Förderphase (2017-2020)

Trotz der institutionalisierten Präferenz für einen Modus der Personalentscheidung kombinieren die konkreten Verfahren oft verschiedene Modi. Eine besondere Aufmerksamkeit soll daher der detaillierten Analyse der Mikroebene von Personalentscheidungen und ihrer Entwicklung über die Zeit gelten. Die zweite Frage, die im Mittelpunkt dieser Phase stehen soll, bezieht sich auf die Bedeutung gescheiterter Personalentscheidungen für die historische Entwicklung. Damit gerät die Makroebene der institutionellen Strukturierung von Personalentscheidungen in ihrer historischen Entwicklung in den Blick. Die dritte Frage bezieht sich auf die großen Rhythmen der historischen Entwicklung, also der Metaebene. Sie wird sich mit der These auseinanderzusetzen haben, dass Personalentscheidungen – trotz einzelner Rückschläge – zumindest im Bereich der ‚westlichen Moderne‘ durch ein steigendes Maß an Transparenz, Kommunikation und Partizipation geprägt sind. Mehr...


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Veranstaltungen

Publikationen

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Publikationen

Fahrmeir, Andreas (Hrsg.): Personalentscheidungen und ihre Dynamik (HZ-Beiheft 70, erscheint Oktober 2017):

Fahrmeir, Andreas: Personalentscheidungen durch Wettbewerb oder Patronage? Die Auswahl britischer Spitzenbeamter im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Pahlitzsch, Johannes: Die Bestimmung von Patriarchen in der orthodoxen Kirche unter islamischer Herrschaft in Syrien und Ägypten vom 10. bis zum 14. Jahrhundert.
Plumpe, Werner: Personalentscheidungen in Unternehmen vor 1914, in: Andreas Fahrmeir (Hg.), Personalentscheidungen für gesellschaftliche Schlüsselpositionen.
Rando, Daniela: Voces, texerae, manus. Wahlverfahren in Venedig des Tre-Quattrocento.

GWU Themenheft Personalentscheidungen (GWU 68, 2017, H. 7):

Gradenwitz, Maya: Eine „pädagogische Erneuerung“? Personalentscheidungen beim Aufbau des Bildungswesens des Freistaats Thüringen.
Klein, Annika: „Augen und Arme des Ministers“ – Die Inspection générale de l’Instruction publique 1802 – 1900.
Lesczenski, Jörg: „Intern vor extern“. Reformen in der Personalpolitik westdeutscher Eisen- und Stahlkonzerne 1960 bis 1973.
Löffelbein, Nils: „The very brightest young men and women in the Civil Service“ – Personalentscheidungen in der höheren Staatsverwaltung Großbritanniens in der Regierungszeit Margaret Thatchers 1979 – 1990.
Wierzejski, Dawid: Bischofswahlen in der Spätantike.

Weitere Publikationen