Daniel Kück M.A.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Akademischer Werdegang

Seit Juli 2014      

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie im deutsch-französischen Kooperationsprojekt „Politische Korruption: Unmoralisches Geld und politische Begünstigung in Deutschland und Frankreich (19. – 20. Jahrhundert)“ 

2014

Master of Arts, Geschichtswissenschaften (Schwerpunkt Kulturen-Geschichte), Universität Bremen
MA-Arbeit:  Verletzliche Krieger. Eine geschlechterhistorische Analyse der Fragilität und Ambivalenz soldatischer Männlichkeit in der Kriegsprosa von Ernst Jünger und Erich Maria Remarque.

2010

Bachelor of Arts, Geschichtswissenschaften und Germanistik, Universität Bremen
BA-Arbeit: „Für mich ist das Fegefeuer, wenn ich in die Fraktion muß.“ Entscheidungsprozesse in der ‚Kanzlerdemokratie‘ der Ära Adenauer: Konsens als Grundlage und Grenze von Macht.

Dissertationsprojekt


Branntwein, Zellenschlüssel, Tausch – eine reziprozitätstheoretische Suche nach Korruption im Deutschen Kaiserreich und in der Weimarer Republik

Schokolade, Kinderkleidchen, Hühnereier, Haarbürsten, Geschlechtsverkehr, Schnaps, Schnupftabak oder Backformen – solcherlei Dinge waren im Deutschen Kaiserreich und in der Weimarer Republik mehr als nur Konsumgut, Werkzeug der Körperhygiene, Küchenutensil oder eine Form des sozialen Kontakts. Denn sie tauchten überdies als Objekte in einer Tauschsphäre auf, die zwischen formalem Verwaltungshandeln und persönlichen Begegnungen entstehen konnte: Ein Privatakteur auf der einen Seite bot diese Dinge an, ein Funktionsakteur (z.B. Fleischbeschauer, Förster und Gefängniswärter) auf der anderen Seite erhielt sie im Tausch für seine Handlungsoptionen. Die in einer Tauschdyade miteinander verbundenen Akteure unterliefen so formale Handlungs- bzw. Interaktionsmuster, die in Regelwerken (z.B. Dienstvorschriften) umrissen waren und von personenspezifischen Bindungen losgelöst sein sollten, und änderten diese um. Der Tausch brachte in archaischen, vormodernen wie modernen sozialen Gemeinschaften Individuen zusammen, erzeugte wechselseitige Verpflichtungen und stiftete soziale Beziehungen. Korruption wird demnach als eine spezifische Form der Reziprozität begriffen, der das Projekt in verschiedenen Handlungszusammenhängen nachspürt: zum Beispiel im Gefängnis, Hafen, Bordell, Wohnungsamt, Spielklub, in der Gerichtsverwaltung. Hierbei soll untersucht werden, wie Akteure Tauschakte anknüpften, unter welchen situativen Bedingungen sie den Tausch als Praktik (u.a. durch Körpergebrauch, Aneignung von Hilfsmitteln) ausführten, inwiefern sie durch das Tauschen einen bestimmten Handlungszusammenhang umgestalteten sowie welche Bindungen der Tausch neu hervorbrachte bzw. wie er bestehende Kontakte/Beziehungen erweiterte. Da es um interindividuelle Begegnungen, Annäherungen und Beziehungen geht, ist zudem zu klären, welche relationalen Konstrukte (u.a. Geschlecht, Vertrauen) die Tauschinteraktionen in welcher Weise beeinflussten und in welcher Form sie darin hergestellt wurden. Zur Beantwortung dieser Fragen greift das Projekt Gedanken und Konzepte aus der Mikrosoziologie und Anthropologie/Ethnologie auf.

Veröffentlichungen


Konsens als Grundlage und Grenze von Macht. Politische Entscheidungsprozesse in der Kanzlerdemokratie der Ära Adenauer, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 61 (2013) H. 9, S. 733-752.

Der fragile Mann. Eine männlichkeitshistorische Betrachtung der Feldpostbriefe von Carl Heise, in: Schöck-Quinteros, E. u.a. (Hrsg.): Eine Stadt im Krieg. Bremen 1914 bis 1918, Bd. 1, Bremen 2013, S. 171-214.

(zusammen mit Johannes Beermann) „Lisbeth, Du bist jetzt groß und musst vorsichtig bei Deinem Verkehr mit anderen sein.“ Arbeitermilieu und Sexualmoral in der Weimarer Republik, in: Schöck-Quinteros, E./Dauks, S. (Hrsg.): „Wußten Sie, daß Ihre Tochter Herrenverkehr hatte?“ Der Fall Kolomak in Bremen 1927, Bremen 2010, S. 269-294.