Dr. Silke Fehlemann

Dr. Silke Fehlemann

Wissenschaftlicher Werdegang

  • Studium der Alten und Neueren Geschichte und Politikwissenschaften an der HHU Düsseldorf
  • 1995-1998 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Medizin der HHU Düsseldorf
  • 1999-2000 Wissenschaftliche Angestellte am Lehrstuhl für Neuere Geschichte der HHU Düsseldorf
  • Promotionsstipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung (2000-2003)
  • 2003-2004 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Nordrhein-Westfälischen Landtag
  • Dissertation:"Armutsrisko Mutterschaft: Mütter und Säuglingsfürsorge im Deutschen Reich 1890-1924" (abgeschlossen im Frühjahr 2004)
  • 2004-2008 Wissenschaftliche Angestellte bei der Max Weber-Gesamtausgabe, Arbeitsstelle Düsseldorf: Bearbeiterin des Bandes III/4 "Arbeiterfrage und Arbeiterbewegung", hg von Rita Aldenhoff-Hübinger
  • 2008-2011 Akademische Rätin a.Z. am Historischen Seminar II
  • DAAD-Gastdozentin an der Karls-Universität-Prag, Institut für Internationale Studien
  • Seit Oktober 2011 wissenschaftliche Angestellte als Leiterin eines DFG-Projekts (Eigene Stelle)


Habilitationsprojekt (gefördert von der DFG):

Die Mutter des Soldaten: Öffentlicher Raum und individuelle Gefühle im 19. und 20. Jahrhundert

 

Die um ihren Sohn trauernde Soldatenmutter hat weltweit auf Denkmälern, in Romanen und Filmen ihren Platz im kulturellen Gedächtnis der Nationen gefunden. Bis heute wirken die Mütter der Soldaten besonders eindrucksvoll auf die Mobilisierung der Bevölkerung für oder gegen militärische Konflikte. In historischer Perspektive gewann die Instrumentalisierung und Selbstinszenierung von Soldatenmüttern vor allem mit der allmählichen Einführung der Wehrpflicht in Europa erhebliches Gewicht, denn nun wurden die „Kriegermütter“ erstmals zu einem gesellschaftlich relevanten Faktor. Im vorliegenden Projekt wird die Geschichte der deutschen Soldatenmütter von 1800 bis 1945 mit dem Schwerpunkt auf der Kriegs- und Zwischenkriegszeit 1914–1939 vor dem Hintergrund der europäischen Entwicklung dargestellt. Damit verspricht die Studie generelle Einsichten zur Mobilisierung der „Heimatfront“ im Ersten Weltkrieg und zur politischen Kulturgeschichte der Zwischenkriegszeit. Anhand von publizistischen, literarischen und ikonographischen Quellen kann am Beispiel der Soldatenmütter gezeigt werden, wie das spezifisch deutsche Zusammenspiel von Mobilisierung, Mütterlichkeitskult und Niederlage zu einem gesellschaftlichen Ausschluss der Kriegshinterbliebenen führen musste und so zur politischen Destabilisierung beitrug.