Das Internationale Graduiertenkolleg

Thema des Kollegs

Das Internationale Graduiertenkolleg will in der gemeinsamen Betreuung von 19 Doktoranden und 3 Postdoktoranden durch Hochschullehrer aus Deutschland, Italien und Österreich einen Beitrag zur Internationalisierung der Exzellenzausbildung von Historikern in Europa liefern.

Gemeinsames Arbeitsfeld aller Doktoranden und Professoren ist die "Politische Kommunikation von der Antike bis ins 20. Jahrhundert". Unter politischer Kommunikation wird verstanden der sprachliche und zeichenhafte Austausch der Zeitgenossen über Entscheidungsstrukturen der Sozialordnungen, in denen sie leben. Am besten greifbar werden solche Kommunikationen in Debatten und Auseinandersetzungen über die "gerechte Ordnung" einzelner Zeitphasen. Dabei ist nicht die ohnehin bekannte Debatte unter den "großen Geistern" gemeint, sondern gerade der Austausch, der Streit, der Konflikt unter den unmittelbar Beteiligten. Diese nämlich, so ist die gemeinsame Forschungsthese, entwickelten zur Bewältigung zeitbezogener Ordnungsprobleme eine je eigene Sprache (political languages im Sinne Q. Skinners), die für spätere Generationen kaum mehr bekannt war. Das zeitgenössische Selbstverständnis aber läßt sich nur über die Entschlüsselung solcher Strukturen des sprachlichen und zeichenhaften Austausches erschließen.

Indem drei nationale Wissenschaftskulturen in dieser Themenstellung zusammenarbeiten, wird es möglich werden, die je eigenen nationalen Vorstellungen von dem, was Geistes- oder Ideengeschichte war und im 21. Jahrhundert sein kann, zusammen zu führen. Damit eröffnet sich der europäischen Geschichtsschreibung ein auch methodisch neuer Zugriff.

Forschungsfelder

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1. Politische Kommunikation als Konflikt um Normen

In jeder Epoche, durch jede historische Gruppe werden bestimmte Normen entwickelt, definiert und weitergetragen. Indem sich die jeweils Beteiligten darüber verständigen, diese gegen andere, gegen veränderte Zeitumstände oder schleichende Diffundierung zu verteidigen, entsteht politische Kommunikation über diese Normen. [mehr...]

Projekte und Dissertationsthemen

 

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2. Vergangenheit als Argument in der politischen Kommunikation

Geschichtsschreibung dient der Traditionsbildung ebenso wie der Kritik an vorhandenen Bildern von der Vergangenheit, sie dient der Mythenbildung ebenso wie der Delegitimation solcher Mythen. In diesem Sinne ist das Schreiben über die Vergangenheit Teil der jeweiligen zeitgenössischen Kommunikation über die Legitimität einer Verfassungsordnung und der diese begründenden Traditionen. [mehr...]

Projekte und Dissertationsthemen

Inhaltsverzeichnis des von der DFG bewilligten Fortsetzungsantrages zum 1.4.2009.

Text des Fortsetzungeantrages der DFG zum 1.4.2009