Profil

Im langen neunzehnten Jahrhundert fanden wesentliche Veränderungen im sozialen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Leben in Europa und der außereuropäischen Welt statt. Von der historischen Forschung ist die Zeit um 1800 als „Sattelzeit“ beschrieben worden, in der sich zahlreiche Gesellschaften in Europa in ihren Strukturen grundlegend verändert haben. Bevölkerungsexplosion und Urbanisierung, industrielle und politische Revolution(en), der Aufstieg des Bürgertums sowie die Herausbildung anderer sozialer Milieus besonders innerhalb urbaner Räume verliehen dem Jahrhundert eine Dynamik, die in der Zeit um 1900 in einer Entwicklung kulminierten, die man gemeinhin als Moderne bezeichnet.

Der Lehrstuhl stellt in der Lehre ein breites Veranstaltungsangebot zur deutschen und europäischen Politik-, Sozial-, Rechts-, Kultur- und Ideengeschichte bereit; ein weiterer Schwerpunkt ist die Expansion Europas, vorwiegend am Beispiel des britischen Empire.

Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhls sind die Geschichte von Migration und Migrationskontrolle, europäische Eliten, Politik- und Kulturgeschichte der europäischen Monarchien, Entstehung und Wandel normativer Ordnungen.

Der Lehrstuhl ist an den folgenden Verbundprojekten beteiligt: DFG-Exzellenzcluster 243 "Formation of Normative Orders", Internationales Graduiertenkolleg "Politische Kommunikation von der Antike bis zur Gegenwart".