Dr. Mircea Ogrin

Sprechstunde

Nach Vereinbarung

Werdegang

01/2016-08/2016

Freier Mitarbeiter im Exzellenzcluster Normative Ordnungen

02/2012 bis 12/2015

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt "Städteunruhen im Europa des 16. und 17. Jahrhunderts – Vormoderne Konfliktlösungen ohne Gerichtsverfahren" im Rahmen des LOEWE-Schwerpunkts "Außergerichtliche und gerichtliche Konfliktlösung"

08/2011 bis 12/2011

Freier Mitarbeiter für das IGK "Politische Kommunikation" und für das Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ an der Goethe Universität, Frankfurt am Main

Seit WS 2009/2010

Lehrbeauftragter am Historischen Seminar der Goethe Universität, Frankfurt am Main, im WS 2009/2010 auch an der Universität Kassel

09/2008 bis 08/2009

Vertretung der Assistenz am Lehrstuhl für Neuere Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Frühen Neuzeit an der Goethe-Universität, Frankfurt am Main

02/2008 bis 08/2008

Stipendiat einer privaten Stiftung

10/2004 bis 09/2007

Stipendiat der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Während dieser Zeit Arbeit an einem Dissertationsprojekt zum Leben und Wirken des Historikers Ernst Bernheim

2000

Auslandssemester an der Saint Louis University in St. Louis, Missouri

1997-2004

Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, Politologie und Philosophie an der Goethe-Universität, Frankfurt am Main

Forschung und Arbeitsschwerpunkte

Historiographiegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts; englische und amerikanische Militärgeschichte der Frühen Neuzeit; städtische Rechts- und Verfassungsgeschichte der Frühen Neuzeit

Aktuelles Forschungsprojekt:  Städtische Unruhen im Europa des 16. und 17. Jahrhunderts

Vormoderne Konfliktlösung ohne Gerichtsverfahren

„Rat vs. Bürgerschaft“ - mit dieser Formel ist die Grundkonstellation hinter zahlreichen urbanen Aufstandsbewegungen im Europa der Frühen Neuzeit beschrieben worden. Korruption, Nepotismus, Misswirtschaft: Von solchen Vorwürfen ausgehend, konnte sich die Opposition der Bürgergemeinde gegen den Rat schnell in den Bereich grundsätzlicher Verfassungsfragen verschieben. Oftmals verhärteten sich die Fronten während der Auseinandersetzungen so sehr, dass eine interne Lösung des Konflikts nicht mehr möglich war.

Im Falle der deutschen Reichsstädte gewann im Verlauf des 17. Jahrhunderts eine Option der Konfliktlösung zunehmend an Bedeutung: die Einsetzung einer kaiserlichen Kommission. Eine solche Kommission konnte vor Ort mit den Streitparteien verhandeln, Vergleichsvorschläge unterbreiten, im Falle einer Eskalation aber auch ein prozessartiges, über den Reichshofrat koordiniertes Verfahren in die Wege leiten. Besonders in der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg zeichneten sich diese Kommissionen durch eine erstaunlich hohe Flexibilität aus. Sie agierten auf eine exemplarische Art und Weise an der Schnittstelle zwischen außergerichtlicher und gerichtlicher Konfliktlösung und sperren sich gegen eine allzu vereinfachende Eingliederung in das lange Zeit dominante (rechts-)historische Forschungsparadigma der „Verrechtlichung“.

Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf dem Vorgehen der Kommissare an ihren Einsatzorten: Nach welchen Kriterien wurden die Kommissare ausgewählt? Welche Verhandlungstaktiken setzten sie ein? Welches Selbstverständnis legten sie dabei an den Tag? Durch welche normativen Leitideen wurde ihr Vorgehen geprägt? Auf der Grundlage dieser Fragestellungen sollen ausgesuchte Fallbeispiele aus der Zeit um 1600 untersucht werden, um „vormoderne“, in manchen Aspekten jedoch durchaus „modern“ erscheinende Alternativen zur gerichtlichen Konfliktlösung aufzuzeigen.

Publikationen

-Ernst Bernheim (1850-1942): Historiker und Wissenschaftpolitiker im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. (Pallas Athene: Beiträge zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte, Bd. 40) Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2012.

-[in Vorbereitung:] Von der Mediation zum Machtwort? Konfliktlösungsstrategien im Kontext der „Schneckischen Unruhen“ in Schwäbisch Hall, 1602-1603